Mit vielen Fragen geht es in die Sommerpause

luftqualität Aachen
Mitten in Aachen in der Wilhelmstraße wird die Qualität der Luft gemessen. Die Ergebnisse sind niederschmetternd.

Hier die Themen/Fragen, die uns in der Sommerpause und bestimmt auch noch darüber hinaus beschäftigen werden. Wahllos zusammengestellt. 

Wie viele Container wird die Stadt Aachen denn nun dieses Jahr aufstellen (müssen)? Für 70, 90 oder 500 Menschen? Und wo werden diese Container stehen? Werden sich die Ereignisse und vor allem die Zahlen der ankommenden Flüchtlinge so überschlagen, dass auch noch Turnhallen als Schlafstätten in Betracht kommen? Warum wurde nicht bereits vor zwei Jahren, als sich die Flüchtlingswelle abzeichnete, mit der Planung von preiswerten Wohnungen begonnen?

Werden die Jugendlichen in den Wohncontainern in Burtscheid freies W-LAN bekommen? Wird es gelingen, dort Freifunk zu aktivieren? Wird die Verwaltung ihre Geringschätzung gegenüber dem Aufbau eines Freifunk-Netzes in Aachen aufgeben?

Was wird aus dem Radschnellweg Aachen, Kohlscheid, Herzogenrath, Heerlen? Die Strecke wird wegen der täglichen Blechlawine zunehmend unbefahrbar. Wird eine relevante Zahl von Autofahrern nach Fertigstellung des Radschnellweges das Auto stehen lassen und sich Fahrräder kaufen? Schön wäre es. (Dazu s. unten: lesenswerte Anmerkung.)

luftqualität AachenWas wird aus dem Aachener Altstadtquartier Büchel? Die Antoniusstraße soll verkürzt und ein Laufhaus errichtet werden. Das Parkhaus soll abgerissen und kleinteilige Bebauung bevorzugt werden. Wird der Städtebau-Wettbewerb gute Ergebnisse bringen? Und wird die Finanzkraft der Investoren reichen, das Gelände dort zu bebauen? In welchem Zeitraum? Wird es nach Abriss des Parkhauses an Parkplätzen fehlen? Wird dort Aachens uralte Badekultur mal wieder unter die Räder kommen?

Der Campus wird gebaut, wird dieses neue Stadtviertel an die Innenstadt irgendwie angebunden oder wird das ein für sich allein existierender Fremdkörper sein/bleiben? Kann Aachen es nach Jahrzehnten schaffen, sich als „Wissensstadt“ zu präsentieren? Oder bleiben die zwei Teile weiterhin getrennt? Die Vorschläge zur Verbindung der beiden sind dünn und dürftig.

Was wird aus dem Musikbunker? Er ist für Aachen viel bedeutender als das, was jetzt Architekten in unmittelbarer Nähe errichten wollen. Mit dem Bunker verschwände ein unersetzbarer Teil der Aachener Jugendkultur. Der Bunker ist in Gefahr, weil seine Gäste nachts und am frühen Morgen naturgemäß laut sind, und die Anwohner sich vor Gericht durchsetzen können. Wenn nun auch noch die letzte Seite zugebaut wird mit Wohnungen, wird der Bunker keine Chance mehr haben.

Wird es gelingen, die unkontrollierte Geldausgabe in den beiden Aachener Museen zu stoppen? Ludwig Forum und Suermondt-Ludwig-Museum sind finanziell zwei Fässer ohne Boden, die jeweilige Leitung dieser Häuser konnte bisher nicht gebremst werden. Wird es gelingen, dem einen doch noch zu kündigen und für das andere Haus eine passende neue Leitung zu finden?

Was in aller Welt wird aus der Müllverbrennungsanlage in Weisweiler, dieses überdimensionierte Ding, das einmal verantwortungslose Leute gegen den Rat aller Vernünftigen bauen ließen und das wir mit viel zu teuren Müllgebühren dann finanzieren mussten? Werden dort weitere Millionen investiert wegen Umtrieben, die nur schwer zu begreifen sind?

Was wird aus dem belgischen Atomkraftwerk in Tihange? Uralt und mit tausenden Rissen, die immer länger und tiefer werden? Werden auf deutscher Seite Politiker das Stehvermögen haben und gegenüber den Belgiern klare Kante zeigen? Oder wird man wieder memmenhaft mit den Schultern zucken und sich bequem, faul und konfliktscheu einreden, man könne ja sowieso nichts machen?

Kann Aachen Fortschritte machen in Sachen Inklusion? Und wird man verstehen, dass Inklusion sich nicht nur auf behinderte Menschen bezieht, sondern auf alle, die heimlich oder offen, leise oder laut ausgeschlossen und abgeschnitten sind vom gesellschaftlichen Leben, vom Lernen, vom Arbeiten und den guten Jobs in Unternehmen und Verwaltung?

Wird es endlich gelingen, einen Weg zu finden, wirkungsvoll die giftigen Substanzen in der Aachener Luft zu verringern? Oder wird sich die Stadt mit der Bezirksregierung vor Gericht streiten, verlieren und viel Geld für Anwälte ausgeben?

O.k so könnte es noch ein bisschen weitergehen . . . keine Pointe.

„Unorte“ und Vorzeige-Orte

In Aachen gibt es viel zu sehen, wenn man sehen kann. Das Sehen kann man lernen, und dann fallen einem die „Unorte“ auf, die hier in einer  kleinen Serie unter dem Titel „Aachen von hinten“ zusammengefasst sind. Mich wundert es sehr, wie viel Platz den Autos eingeräumt wird. Abseits von den Straßen, meine ich. Überall dürfen sie stehen – in Garagen oder auch außerhalb davon, und sie machen zusammen mit den Mülleimern einen Ort zu einem hässlichen Ort. Kinder dürfen sich dort natürlich nicht aufhalten, sie könnten die Wagen beschädigen, und das empfinden die Autobesitzer als großes Unglück.

Hinterhöfe in Aachen, hier: Jakobstraße.
Aus der Serie „Aachen von hinten“, hier: Jakobstraße.
Aachen luetischer Straße
Aachen. Untere Lütticher Straße.
aachen Theaterstrasse
Aachen, Theaterstraße

Mit etwas Glück darf man einen Blick in die Theresienkirche in der Pontstraße werfen. Es ist Aachens einzige Rokoko-Kirche. An einem Sonntag war die Türe ausnahmsweise geöffnet, weil dort Menschen aus Rumänien eine Messe feierten. Es war uns zunächst nicht gelungen zu hören, in welcher Sprache der ganz in Goldfarbe gewandete Geistliche sprach. Später konnte ich jemand fragen.

aachen Theresienkirche
Sehr sehenswert: Die Theresienkirche von innen. Die Kirche brannte im 2. Weltkrieg aus und wurde danach original wiederhergestellt. Sie spielt in einer Geschichte von Heinrich von Kleist eine wichtige Rolle.

Das Foto (oben) gibt den Goldglanz-Effekt nur unvollkommen wider, man ist in der Kirche geradezu geblendet. Wie ein Schmuckkästchen glänzt unterdessen auch ein Laden in der Pontstraße, in dem es Printen in allerlei Ausführungen zu kaufen gibt. Weich und hart, mit Schokolade und ohne, es ist ein großes Angebot. Printen sind eine Aachener Spezialität, Aachener essen sie im Winter um die Weihnachtszeit. Printen im Sommer zu essen, das kommt uns „falsch“ vor.

printen Aachen
Einer von zahlreichen Printenläden, die es in Aachens Innenstadt gibt. Printen, einst eine Speise armer Leute, werden in der Pontstraße sehr veredelt angeboten.

Das Presseamt der Stadt bittet um journalistisch Auswertung. Machen wir gern:

„Mille Voix“ lautet das Motto der 4. Internationalen Chorbiennale in Aachen, die sich vom 31. Mai bis zum 14. Juni mit über 35 Konzerten und Veranstaltungen in der Stadt präsentiert. Deren Programm stellte jetzt Ansgar Menze, der Künstlerische Leiter der Chorbiennale, gemeinsam mit Professor Fritz der Wey aus dem Künstlerischen Beirat und gleichzeitig Leiter einer der Initiativchöre vor. Rund 1800 Sängerinnen und Sänger aus Aachen und Umgebung nehmen 2015 an der Chorbiennale teil. Zudem sind Chöre aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Lettland, der Ukraine, aus St. Petersburg und den USA zu Gast in Aachen. Einzelheiten dieser 4. Internationalen Chorbiennale entnehmt ihr der Festivalbroschüre, die auch in gedruckter Form an der Festivalkasse im Theater vorliegt.  Weitere Infos zur Chorbiennale 2015 gibt es im Internet unter www.chorbiennale.com

Kläger will Versammlungsrecht durchsetzen und scheitert vorerst

Aachen Haibaches Forst Braunkohle
Seit April 2012 haben Aktivisten am Rand des Braunkohletagebaus eine Wiese besetzt. Der Eigentümer der Wiese duldet das, er lässt die Wiese nicht räumen und musste sich deshalb schon mehrfach vor Gericht verantworten.

Zu tumultartigen Szenen kam es am 21. Mai in einem Aachener Gerichtssaal. „Shame on you“ und „schämt euch“ riefen die jungen Leute, die mit dem Urteil der 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Aachen unter Vorsitz von Richterin Brunhilde Küpper-Aretz nicht einverstanden waren.

Die Kammer – bestehend aus drei Berufsrichterinnen und zwei Schöffen – befand, dass der Eigentümer einer Wiese bei Morschenich (Kreis Düren) im Unrecht sei. Und dass der Kreis Düren am 22. März 2013 zu Recht eine Ordnungsverfügung gegen den Mann erlassen hatte. Kurt Claßen, der Eigentümer einer Wiese ist, auf der Waldbesetzer ein Protest-Camp errichtet haben, kann sich mit seiner Duldung der Besetzer-Gruppe nicht auf das Versammlungsrecht berufen. Seine Klage wurde abgewiesen, er wird  dagegen Berufung einlegen.

Verhandelt wurde in Saal 9, in einem von zwei extra großen Sälen des Gerichtsgebäudes. Das war gut so, denn knapp 50 Aktivisten, die den Hambacher Forst vor den Baggern des RWE retten wollen, waren dort

Braunkohle Hambacher Forst
Vor dem Gericht sowie innen waren Polizisten jederzeit einsatzbereit.

erschienen. Und mit ihnen mindestens dreimal so viele Polizisten in Kampfuniformen und mit Schlagstöcken. Die Naturschützer wurden am Eingang intensiv gefilzt, so dass der letzte erst den Gerichtssaal erreichte, als die Verhandlung schon gut 20 Minuten im Gange war. Vor dem Gerichtsgebäude hatten die Waldbesetzer eine Art Lager mit einem Zelt aufgebaut. Dort verteilten sie nach der Verhandlung Suppe und legten Transparente aus.

Begonnen hatte die Verhandlung mit einer Darstellung des Streitfalles, wie er aus den Akten ersichtlich ist. Der Kläger (Kurt Claßen) habe der Protestbewegung  sein Grundstück am Rande des Hambacher Forst zur Verfügung gestellt. Die Aktivisten hätten darauf 19 Zelte, Bauwagen und Hütten errichtet, so wurde verlesen. Trotz mehrerer Bescheide habe Claßen nicht dafür gesorgt, dass auf seiner Wiese die Bauten entfernt werden. Er ist der Ansicht, dass die Aktivisten ihr Versammlungsrecht wahrnehmen und dieses ihnen nicht genommen werden dürfe.

Haarklein legte Claßen dar, dass die Wiese nicht vorrangig zum Wohnen genutzt wird. Das Camp sei ein zentrales Symbol des Protests, es symbolisiere die Menschen, die wegen des landschaftsfressenden Braunkohleabbau aus ihren  Häusern und von ihren Höfen vertrieben wurden. Er sprach auch ausführlich über ein zweites, ganz anderes Verfahren vor dem Kölner Finanzgericht. Dieses führe „einen Vernichtungskrieg“ gegen ihn und habe bewirkt, dass „ich mich nicht richtig auf das Aachener Verfahren vorbereiten konnte“. Er forderte das Gericht auf, sich für befangen zu erklären. Das Gericht lehnte ab.

Claßen stand in der Angelegenheit schon mehrfach vor Gericht. Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgericht entschieden, dass einmal grundsätzlich geklärt werden müsse, ob nicht das Versammlungsrecht Vorrang hat vor dem Baurecht, das der Kreis Düren durchsetzen will. Das Baurecht sieht vor, dass auf der Wiese keine Bauten oder ein Zeltplatz errichtet werden dürfen.

Das Versammlungsrecht ist ein Grundrecht. Was genau eine Versammlung ist, definierte die Richterin im Verlauf der Verhandlung. Sie führte aus, dass in einem ähnlichen Fall ein Roma-Lager vor dem NRW-Landtag als Mittel des Protests anerkannt wurde und unter das Versammlungsrecht gefallen sei. Allein: Im Falle  des Camps in Morschenich kam das Gericht nach 45-minütiger Beratung zu einer anderen Einschätzung. Eine ausführliche Begründung werde nachgereicht, sagte die Richterin.

Die Verhandlung wurde von mindestens vier TV-Teams begleitet. WDR und RTL durften vor Beginn der Verhandlung filmen. Während der Verhandlung durften keine Aufnahmen gemacht werden.

braunkohle, Gericht Haibaches Forst
Die Aktivisten machte vor dem Gerichtsgebäude auf vielfache Weise auf sich und ihr Anliegen aufmerksam.

Das Grashaus: Rathaus, Kerker, Archiv, Europahaus

Grashaus Aachen
Das Grashaus, von der Schmiedstraße aus betrachtet: Die Fassade ist mittelalterlich, der Rest eher nicht.
Grashaus Aachen
Das Treppenhaus mit Zeichnungen des Berliner Künstlers Andree Volkmann.
Das Grashaus in der Schmiedstraße war mal Rathaus, mal Gefängnis und am Ende (seit 1890) Stadtarchiv. Es wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört. Seit 1267 steht es im Zentrum der Stadt, aber von der Bausubstanz aus jener Zeit ist nur die Fassade erhalten, und von dieser auch wiederum nur Teile. Der Rest stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Das Stadtarchiv zog vor einigen Monaten in denReichsweg (ehemalige  Rheinnadel Fabrik), das  Grashaus wurde danach restauriert und am vergangenen Wochenende wiedereröffnet. Man konnte es nun im Rahmen

Grashaus Aachen
Verbindung zwischen dem Vorderhaus (l.) und dem neueren Teil (r.) der Anlage. Alles ist dort (innen und außen) eng und schwer zu fotografieren.

von Führungen besichtigen. Das Haus ist wirklich sehenswert, es wurde von Besuchern überrannt. Ohne Pause wurden die Menschen rundgeführt, in Gruppen zu jeweils 15.

Das Grashaus ist jetzt ein Europa-Haus, denn thematisch geht es innen ausschließlich um Europa – ein Riesenthema, das dort Schülerinnen und Schülern nahegebracht werden soll. Früher war das Grashaus wohl doppelt so groß wie heute. Der 2. Weltkrieg hat es quasi halbiert. Trotzdem: Man sollte es gesehen haben.

Innen hat der KünstlerAndree Volkmann aus Berlin die Wände schwarz auf weißem Grund bemalt. Sehr ungewöhnlich. Klar, dass der Leiter des Hauses

grashaus Aachen
Urkundenschränke, für die ein bestimmtes konstantes Raumklima herrschen muss.

stolz darauf ist, dass er in dem alten Kasten mit einer so modernen Wandgestaltung überraschen kann. Da knallt Modern auf Alt und passt gut zueinander.

Innen gibt es einen Arbeitsraum für ein Team, der ist technisch sehr gut ausgestattet. Sodann ist ein imposanter Urkundensaal vorhanden mit Schränken, die zugleich Lesepulte sind. Und ein Kreuzgewölbesaal im Erdgeschoss.
Der Umbau hat 2,73 Millionen Euro gekostet (Quelle: Aachener Nachrichten). Das Geld wurde von der Stadt Aachen, dem Land NRW, dem Bund und der EU aufgebracht. Das Haus ist  Teil der „Route Charlemagne“. Das ist ein Weg, auf dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen im Umfeld der historischen Pfalz Karls des Großen zu besichtigen sind.

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www.grashaus-aachen.eu

http://www.route-charlemagne.eu/Startseite/index.html

 Anmeldung für Besichtigungen/Führungen unter Tel.: 0241 / 432 4998

Grashaus Aachen
Wände und Decke im Urkundensaal sind wunderschön.
grashaus Aachen
Wirklich viel zu prächtig für eine Nutzung als Stadtarchiv! Gut, dass das endlich umgezogen ist. Die Optik stört allein die Klimaanlage, die muss aber sein, damit die alten Schränke keinen Schaden nehmen. Wegen des Klimas dürfen im übrigen nur 15 Personen den Raum gleichzeitig betreten.
Grashaus Aachen
Ein weiterer Raum im Erdgeschoss mit Multimedia-Animation.
Grashaus Aachen
Hier wird „Unterricht“ der vermutlich etwas anderen Art stattfinden.

Spaziergang: Steinkaulstraße, Rehmplatz, Ottostraße und weiter

In der "Galerie Freitag 18.30", wo am Freitag eine Ausstellung eröffnet wurde.

In der „Galerie freitag 18.30“, wo vor zwei Tagen eine Ausstellung eröffnet wurde. Blick aus den Fenstern.

Schon zehn Jahre gibt es in der Steinkaulstraße 11 die „Galerie freitag 18.30“. Dort findet angeblich jeden ersten Freitag im Monat eine Vernissage statt. Jetzt war es wieder so weit. Ausgestellt bis zum 25. April sind Bilder von Romain van Wissen, Titel der Schau: „Passez la porte“.  Erstmals hatte auch ich Zeit, mich dort einzufinden. Anfangs bekamen die Vernissage-Gäste weiße Handschuhe und konnten die Bilder selbst aufhängen. Sie hätten die Bilder sogar später noch umhängen dürfen, wenn sie gewollt hätten. Die Galerie ist übrigens in dem Haus in der Steinkaulstraße, in dem sich die Werkstatt des berühmten Mies van der Rohe befunden haben soll, sein Geburtshaus  ist  eine  Ecke  weiter.
Der Künstler zeigt Bilder, in denen er mehrere Landschaften gleichzeitig darstellt. Jeweils in der Mitte eines Bildes ist immer ein großes Tor, betont geometrisch aufgemacht. Die Bilder muten surreal an, sie füllen die Wände eines Raumes im Erdgeschoss. Im Nebengebäude waren ebenfalls zwei Räume offen, in denen Arbeiten der übrigen Künstler zu sehen waren,die die Galerie vertritt. Es ist dort eine ganz außergewöhnliche Raumsituation

Haus in der Steinkaulstraße. Hier stimmt doch was nicht.
Haus in der Steinkaulstraße. Hier stimmt doch was nicht.

zu erleben: Ein Hof, eine breite Treppe, ein Dachboden, zu dem man eine kleine, steile Treppe hinaufsteigen muss. Alles schön verwinkelt.

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Gegenüber vom Geburtshaus von Mies van der Rohe fällt ein Gebäude ins Auge, da fragt man sich: Was ist hier Fake und was ist echt? Seht euch mal die Fenster genau an.
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Auf dem Weg zum  Marktplatz  kommt  man  amRehmplatz vorbei. Der wird zu einem kombinierten Spielplatz/Bürgertreffplatz ausgebaut.

Auf dem Rehmplatz, der komplett neu möbliert worden ist.
Auf dem Rehmplatz, der komplett neu möbliert worden ist.

Modern, schön und originell. Ein Spielplatz, der eindeutig ins 21. Jahrhundert passt. Es ist auch eine große Schaukel (s. Foto) aufgestellt worden.

Auf dem Rehmplatz steht übrigens Aachens erstes religiöses Denkmal (Entwurf Stadtbaumeister Joseph Laurent),  die Mariensäule, erbaut aus Sandstein vom Bildhauer
Die 50er Jahre, als große Tot- und Tür-Flächen nicht wuchtig wirken sollten, sondern leicht und luftig durch Aufteilen in mehrere kleinere Felder.
Die 50er Jahre, als große Tor- und Türflächen nicht wuchtig wirken sollten, sondern leicht und luftig durch aufteilen in mehrere kleinere Felder.

Wilhelm Pohl. Vom Rehmplatz kann man in die Rudolfstraße reinschauen.

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In der Rudolfstraße gibt es noch Türen und Tore in Original-50er-Jahre-Outfit, als man partout leicht und luftig und bloß nicht mehr schwer und wuchtig wirken wollte. Große Flächen wurden deshalb immer in viele kleine Flächen aufgeteilt. Auf dem Foto hier ist das ganz klassisch und typisch zu sehen. Das große Tor besteht aus 16 Feldern: Vier Felder, die jeweils noch in drei aufgeteilt sind.
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In der  Ottostraße habe ich mal gewohnt, und wenn ich dort alle paar Jahre mal  durchgehe, habe ich immer noch das Gefühl: Ich bin in meiner Straße.

"Pagode" in der Ottostraße.
„Pagode“ in der Ottostraße.

In „meiner Straße“ wird jetzt – im Gegensatz zu früher – viel gebetet: Milli Görüs (wird vom NRW-Innenministerium eine deutliche Gegnerschaft zur demokratischen Grundordnung attestiert)  betreibt in der ehemaligen Post eine Moschee, es gibt einen indisch anmutendenGebetsraum größeren Ausmaßes (auf drei Etagen), „Pagode“ steht da. Und es gibt die Al-Imam Malik Moschee, die

Die Moschee in der Ottostraße., die sich sehr um Kontakt zu jungen Flüchtlingen bemüht.
Die Moschee in der Ottostraße, die sich sehr um Kontakt zu jungen Flüchtlingen bemüht.

mit Sicherheit von der Polizei beobachtet wird. Schräg gegenüber von dieser Moschee stehen übrigens kitschige, christliche Heiligenfiguren im Schaufenster zum Verkauf, und es gibt daneben einen Sexshop mit dem entsprechenden Bildmaterial im Fenster. Wer Kontraste mag, kommt hier auf seine Kosten.

In der Aachener Ottostraße.
In der Aachener Ottostraße (Bild oben und Bild unten).

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Auf dem Weg Richtung Markt geht es an der Synagoge vorbei. Polizei steht seitlich und passt hier ganz offensichtlich auch abends auf. Auf dem Dach gibt es Stacheldraht, beleuchtete Poller verhindern, dass ein Wagen vor die Synagoge fahren kann. Dass das nötig ist, ist für sich schon eine Katastrophe.  Auffallend ist übrigens das Haus unmittelbar neben der Synagoge. Es ist unbewohnt und heruntergekommen. Man wundert sich, dass man bei der allgemeinen Wohnungsknappheit nicht etwas Besseres mit dem Gebäude macht. Oder stimmt es, dass der Eigentümer das Haus absichtlich verfallen lässt aus Feindschaft zu den Besuchern der Synagoge? Ich weiß es nicht.

Die Aachener Synagoge in der Promenadenstraße. Sie ist dort gebaut worden, wo einst Aachens alte Synagoge stand. Dass ich bei der Eröffnung dabei sein durfte, freut mich noch heute.
Die Aachener Synagoge in der Promenadenstraße. Sie ist dort gebaut worden, wo einst Aachens alte Synagoge stand. Dass ich bei der Eröffnung dabei sein durfte, freut mich noch heute.

Markante Verkleidung für eine Bunker-Ruine

 

Ein schneller Schuss auf die Bunkerverkleidung - von der Försterstraße aus gesehen.
Ein schneller Foto-Schuss auf die Bunkerverkleidung des Bunkers Rütscherstraße in Aachen und ein im Halteverbot abgestelltes Auto – von der Försterstraße aus gesehen.

Der Abriss des Bunkers in der Rütscherstraße geht weiter. Der Bunker, den Militärhistoriker gern erhalten hätten und gegen dessen Abriss sich eine Bürgerinitiative gegründet hatte, ist nun eingekleidet. Das entbehrt nicht eines gewissen optischen Reizes. Was sich hinter der Verkleidung abspielt, sieht man nicht. Die Anwohner werden eines Tages überrascht sein. Laut Gerichtsbeschluss muss der Abriss leiser als zunächst geplant ablaufen. Den Auflagen kommt die vom Investor beauftragte Firma nun nach.

 

Aachen von hinten

Ganz hinten sieht man die Dreifaltigkeitskirche.
Links hinten sieht man die Dreifaltigkeitskirche.
juelcher Strasse aachen
Hinterhof Jülicher Straße

 

Wie jede Stadt so hat auch Aachen viele Hinterhöfe. Gemeint sind Orte, die man erst sieht, wenn man durch ein Tor tritt, das stets offen ist. So ein Hinterhof ist deutlich abgetrennt von der Straße, aber es ist kein Gelände, das man nicht betreten darf. Meist gibt es dort weitere Gebäude mit Haustüren und Klingelschildern. Und leider nicht selten auch eine Mülleimer -Parade.

Zur Straße hin sind die Fronten der Häuser zu sehen, oft repräsentativ, vorne braust der Verkehr. Hinter den Gebäuden wird es ruhiger, aber manchmal werden die Hinterhöfe auch als Parkplätze verwendet. In Aachen  gibt es hinter den Gebäuden gelegentlich sogar alte Fabriken, wo sich in unseren Tagen Künstler oder Architekten einquartiert haben.

Sehr schön sind die Hinterhöfe, wo noch Pflaster liegt. Manchmal darf in einem Hinterhof nichts liegen, stehen oder sich befinden. Da legen die Hauseigentümer offenbar wert darauf, dass der Raum gänzlich frei bleibt. Früher waren Hinterhöfe die Orte, wo Kinder spielten. Das habe ich in Aachen schon lange nicht mehr erlebt.

In die Mauern, die die Hinterhöfe begrenzen, sind oft ganz kleine Nischen eingebaut. Was dort einst abgestellt wurde, weiß ich nicht.

Hier zeige ich die fotografierten Hinterhöfe, die ich im Vorbeigehen gesehen habe. Dabei spielt der Zufall eine große Rolle. Weitere Fotos werden sicher noch hinzukommen.

Schildstraße
Schildstraße

 

Judengasse
Judengasse

 

Kleinkölnstraße
Kleinkölnstraße

 

 

Theaterstraße
Theaterstraße

 

Zollernstraße
Zollernstraße

Königstraße aachen

Königstraße

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Hanbrucher Straße

 

aachen
Stolberger Straße, gegenüber Ostfriedhof

 

Aachen lütticher Straße
Lütticher Straße

Ende