Eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Grundlage aktueller Messdaten des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt eine alarmierende Belastung mit bodennahem Ozon in Deutschland: Bereits Mitte August liegen mindestens 263 von 280 Messstationen und damit 94 Prozent über der Ozon-Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Besonders belastet sind Schwarzwald-Süd mit 55 Tagen über 120 µg/m³ im höchsten 8-Stunden-Mittel, Neuenburg mit 52 sowie Weil am Rhein, Friedrichshafen und Freiburg mit jeweils 51 Tagen.
Die DUH teilt mit, sie fordert von der Bundesregierung wirksame Maßnahmen zur Einhaltung der Emissionsminderungsvorgaben. Diese erfassen neben flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) und Stickoxiden (NOx) auch zentrale Vorläufer von bodennahem Ozon. Konkret braucht es aus Sicht der DUH die konsequente Aufarbeitung von Dieselgate sowie eine verbindliche Flächenbindung in der Tierhaltung, um die Tierzahlen und damit die Methanemissionen als weiteren wichtigen Ozon-Vorläufer zu reduzieren.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Deutschlandweit stehen 22.000 Todesfälle jährlich mit bodennahem Ozon in Verbindung. Im Kartoffel- und Weizenanbau verursacht das Gas Ernteverluste in Millionenhöhe. Die Klimakrise verschärft die Belastung weiter: Immer häufigere Hitzeextreme schaffen ideale Bedingungen für die Bildung von Ozon.“
Im Juli 2024 hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg nach einer Klage der DUH bestätigt: Das Nationale Luftreinhalteprogramm reicht nicht aus, um die europäischen Reduktionsvorgaben für Stickoxide, Feinstaub, Ammoniak und Schwefeldioxid aus der NEC-Richtline sicher einzuhalten. Weil die Bundesregierung sich weigert, das Urteil zu akzeptieren, verhandelt nun im September das Bundesverwaltungsgericht.
Hintergrund:
Bodennahes Ozon entsteht durch die Reaktion von Stickoxiden, flüchtigen organischen Verbindungen und Methan unter starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen. Rund drei Viertel aller Methan-Emissionen in Deutschland entstehen in der Landwirtschaft, vor allem durch die Verdauung von Rindern sowie durch die Lagerung und Ausbringung von Gülle in der Rinder- und Schweinehaltung. Bei den Stickoxiden zählt der Verkehr zu den Hauptverursachern, insbesondere Dieselfahrzeuge.
Wem vertrocknete oder abgestorbene Stadtbäume auffallen, kann dies dem Stadtbetrieb über den Mängelmelder melden. Foto: Stadt Aachen
Die anhaltende Trockenheit hinterlässt deutliche Spuren an den Stadtbäumen. „Wir beobachten leider, dass ältere Bäume, die seit Jahren am Standort etabliert sind, plötzlich trockenstehen und absterben“, beschreibt Nino Polaczek-Keilhauer, Teamleiter der Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs. Dieses punktuelle Phänomen zeige sich im gesamten Stadtgebiet, sowohl bei Straßenbäumen als auch in Parks und Grünflächen. Die betroffenen Bäume sind abgestorben, dadurch nicht mehr verkehrssicher und müssen schrittweise gefällt werden.
Im sogenannten Trockenstress, einer Phase, die bei Bäumen bei anhaltender Trockenheit eintritt, entwickeln Bäume Strategien, um sich zu schützen. Einige Baumarten lassen ihre Blätter hängen oder rollen sie ein. Andere werfen ihre Blätter ganz ab oder gehen dazu über, einzelne Äste nicht mehr zu versorgen, wodurch diese sukzessive absterben. Über diese Trockenstress-Phase sind die betroffenen Bäume in Aachen bereits hinaus.
Feinwurzeln sterben ab und werden nicht neu gebildet
Denn die seit Wochen anhaltende Trockenheit führt dazu, dass die obere Bodenschicht von dreißig bis fünfzig Zentimetern ausgetrocknet ist. Das ist der Bereich, der von Bäumen hauptsächlich durchwurzelt ist und Wasser und Nährstoffe zur Verfügung stellt. „Diese oberste Bodenschicht ist erst durchnässt, wenn es mehrmals 15 Liter pro Quadratmeter geregnet hat. Das war in unserer Region in den vergangenen vier Monaten nur zwei Mal der Fall“, erläutert Nino Polaczek-Keilhauer. Der Boden kann 150 bis 200 Liter Wasser je Kubikmeter speichern; diese Speicher sind leer.
Bäume ziehen mit ihren Feinwurzeln unaufhörlich Wasser. Ist das nicht mehr möglich, lebt der Baum kurzfristig von seinen Wasserreserven aus den Starkwurzeln und dem Stamm. Diesen Speicher füllt der Baum bereits vor seinem Austrieb im Frühjahr. Während der Vegetationsperiode benötigt er verfügbares Wasser aus dem Boden, um sich zu versorgen und weiter zu wachsen, bevor er im Herbst beginnt, seinem Speicher Wasser zu entziehen und im Winter in die Ruhephase übergeht.
Erhält der Baum im Sommer kein Wasser mehr, kann es dazu kommen, dass er abstirbt. Optisch fällt das für den Menschen zuerst bei sich kräuselnden oder herabfallenden Blättern auf; die Zellen innerhalb des Baumes sind jedoch gleichermaßen betroffen. Hinzu kommt, dass sich Feinwurzeln, die, je nach Baumart, nur wenige Wochen leben und kontinuierlich neu gebildet werden, nicht weiter entwickeln können. „Das bedeutet, selbst, wenn später wieder Wasser verfügbar wäre, sind unter Umständen nicht mehr genug Feinwurzeln am Baum, um ihn ausreichend zu versorgen“, verdeutlicht Nino Polaczek-Keilhauer.
Schäden zeigen sich in den Folgejahren
„Besonders problematisch wird es, wenn sich mehrere Trockenperioden innerhalb eines Jahres wiederholen. In diesem Fall fehlt dem Baum die Zeit zur Regeneration, was seine Widerstandskraft langfristig deutlich schwächt“, betont Andreas Schulz, Leiter der Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs. „Es wird auch Bäume geben, die sich dieses Jahr noch durch Wasserreserven im Boden regulieren können, so jedoch geschwächt in den Herbst und Winter kommen. Dann treiben sie aber im nächsten Jahr nicht mehr aus, weil sie einen zu hohen Wurzelverlust erlitten haben und nicht ausreichend Assimilate einlagern konnten“, erklärt Andreas Schulz. Auch könne es vorkommen, dass die Baumrinde wegen der mangelnden Wasserversorgung rissig wird oder im späteren Verlauf abplatzt, wodurch Krankheitserreger und Pilze leichter eindringen und den Baum schädigen können.
Die Auswirkungen anhaltender Trockenperioden zeigen sich ebenfalls an einigen Standorten. Die vergangenen, sich wiederholenden Hitzesommer haben auf die Bäume eingewirkt, sodass sie sich über mehrere Jahre hinweg nicht mehr regulieren konnten. Die Bäume starten somit in die neue Hitze-/ und Trockenphase unter schlechten Voraussetzungen, der Trockenstress setzt früher ein und hält länger an. Die betroffenen Bäume zeigen nun verspätet Symptome, sind komplett ausgetrocknet oder von Schädlingen befallen.
Die Parameter, warum bestimmte Bäume von der Trockenheit stärker betroffen sind als andere, sind derzeit noch ungeklärt. „Wir haben Baumreihen mit den gleichen Standortbedingungen, der gleichen Baumart und dennoch sind nur ein oder zwei Bäume dabei abgestorben und die restlichen vital“, erläutert Schulz. Es könne zahlreiche Erklärungen geben: Unterschiedliche Verdichtungen im Boden, verlegte Leitungen, Schädigungen im oder am Baum – „das ist an dieser Stelle spekulativ“. Das Team Baumpflege des Stadtbetriebs wird in den kommenden Monaten die Meldungen zu betroffenen Bäumen auswerten, und versuchen herauszufinden, welche Parameter ausschlaggebend waren, um diese, sofern möglich, zu verändern. Um Situationen, wie sie sich aktuell abzeichnen, entgegenzuwirken, „achten wir seit Jahren darauf, bei den Neupflanzungen Arten auszuwählen, die besser mit Hitze zurechtkommen“, sagt Andreas Schulz.
Grünastbrüche bei extremer Trockenheit
Das Phänomen der sogenannten Grünastbrüche tritt aktuell ebenfalls vermehrt im Stadtgebiet auf. Diese Brüche sind unvorhersehbare Ereignisse, die auch bei völliger Windstille auftreten können. Sie entstehen, wenn die Wasserversorgung in den Ästen durch extreme Trockenheit nicht mehr ausreicht. „Grundsätzlich kann sich der Baum hierbei noch komplett mit Wasser versorgen, aber insgesamt steht ihm zu wenig Wasser zur Verfügung“, erklärt Nino Polaczek-Keilhauer. „Die zu geringe Wassermenge reicht dann vereinzelt nicht aus, um alle Äste weiter zu versorgen. Der Zelldruck und die Spannung im Holz lassen nach, was zum plötzlichen Abbrechen auch von voll belaubten Ästen, die augenscheinlich gesund und voll versorgt sind, führt.“ Die Wahrscheinlichkeit von Grünastbrüchen ist abhängig von der Baumart, der jeweiligen Vitalität und dem Standort. Um möglichen Schäden vorzubeugen, sollten Bürgerinnen und Bürger besonders aufmerksam sein, um unnötige Risiken zu vermeiden. Dies gilt im Bereich von Straßenbäumen ebenso wie im Wald, wie Dr. Gerd Krämer, Leiter des Gemeindeforstamtes der Stadt Aachen sagt. „Die Phänomene lassen sich auch im Wald beobachten, die Bäume leiden bei der anhaltenden Trockenheit hier gleichermaßen.“
Blumen- und Staudenbeete in den städtischen Grünflächen
Die Staudenflächen verkraften die aktuelle Trockenheit deutlich besser als die mit Wechselflor bepflanzten Flächen. Bis zu drei Mal wöchentlich werden die Blumenbeete von den städtischen Grünpflegekolonnen derzeit gegossen. „Dabei hat sich gezeigt, dass wir Staudenflächen nicht so häufig anfahren müssen“, erklärt Michael Blankenheim, Teilbereichsleiter Stadtgrün und Bezirke im Aachener Stadtbetrieb. „Die Staudenflächen benötigen weniger Wasser, da Stauden tiefe Wurzeln bilden und demnach an größere Wasservorkommen im Boden gelangen. Zudem sind Stauden resistenter gegenüber Trockenheit. Durch den dichten Stand beschatten sie den Boden flächiger und schützen diesen vor Austrocknung. Und natürlich benötigen Stauden weit weniger Wasser als Bäume.“
Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger ist gefragt
Um die Jungbäume zu unterstützen, gießt das Team der Baumunterhaltung aktuell wöchentlich rund 2.400 Straßenbäume, darunter alle Neupflanzungen der vergangenen drei Jahre sowie jene gepflanzten Bäume der vergangenen fünf Jahre, die auffällig erscheinen. „Wir freuen uns über jede Unterstützung“, sagt Andreas Schulz. „Bürgerinnen und Bürger helfen, indem sie Bäume in der eigenen Wohnstraße mit Wasser versorgen. Leitungs- und Regenwasser sind gleichermaßen geeignet. Dabei gilt: Zu viel gibt es nicht, und jeder Eimer oder jede Gießkanne zählt.“
Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Und sonst so . . . ?
Menschen leiden übrigens auch unter den Temperaturen, die Übersterblichkeit in Zeiten einer Hitzewelle macht das klar. In Aachen hat das Personal aus Praxen, Krankenhäusern und Heimen demonstriert. Die Fachkräfte forderten unter anderem im Beisein von Ärzten, dass die Stadt Aachen mehr für den Hitzeschutz tun muss.
Angeblich ist Personal aus der Stadtverwaltung schon seit mehreren Jahren mit der Problematik befasst. Gesehen hat man von dieser Arbeit in Aachen noch fast nichts. Es genügt nicht, immer nur mitzuteilen, dass alte Leute viel trinken müssen und niemand sich übermäßig körperlich anstrengen soll. Das ist alles längst bekannt.
Die Stadt sollte reichlich gekühlte Räume zur Verfügung stellen, wo man sich kalte Beinwickel verpassen kann, und dafür sorgen, dass diese Räume tagsüber und auch abends zugänglich sind. Es sollte mehr Trinkbrunnen in der Stadt geben.
Die Politik in Stadt, Land und Bund hat die Hitze-Problematik noch nicht erkannt, und es wird auch noch viele Jahre dauern und noch viele Tote kosten, bis sich da was tut.
9800 Hitzetote gab es in Deutschland bereits in 2026, das prangerten die Demonstrierenden in Aachen auf dem Bahnhofsvorplatz an. Foto: Michael Klarmann
Laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind durch die extreme Hitzewelle im Juni (Kalenderwoche 26) in Deutschland mehr als 4.300 Menschen gestorben. Zahlen des statistischen Bundesamtes deuten sogar auf bis zu 5.500 Todesfälle hin. Das teilte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) jetzt mit.
Unterdessen sind für das kommende Wochenende erneut extreme Temperaturen vorhergesagt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, jetzt Verantwortung für Menschenleben zu übernehmen und wirksame Hitzeschutzmaßnahmen umzusetzen.
Dazu sagt DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz, die Zahlen müssten ein Weckruf für die Bundesregierung sein. Sie müsse jetzt schnellstmöglich einen Hitze-Krisengipfel einberufen, um wirksamen Hitzeschutz verbindlich zu verankern und vulnerable Gruppen zu schützen. Besondere Verantwortung tragen – laut Barbara Metz – Bauministerin Hubertz und Gesundheitsministerin Warken.
Wir brauchen mehr Bäume, Stadtgrün und entsiegelte Flächen, um Menschenleben vor den direkten Folgen der eskalierenden Klimakrise zu retten. Die Hitze schlage aber nicht nur unmittelbar zu, sondern auch in Zeitlupe. Die Zustände in Schulen, Kliniken und öffentlichen Verkehrsmitteln seien tagelang unzumutbar gewesen. Wer auf deutschen Autobahnen unterwegs sei, könne die Folgen noch heute spüren.
Eine aktuelle Analyse von Prognos zeige außerdem, dass ein einzelner Hitzetag die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro kostet. So lautet die DUH-Forderung: „Die Bundesregierung muss endlich verstehen: Wenn sie sich weiter wegduckt, setzt sie das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger aufs Spiel.“
Das will ein Algorithmus herausfinden. Pangram heißt der, und Pangram weiß angeblich zu nahezu 100 Prozent, ob ein Mensch einen Text geschrieben hat oder nicht. Hier kann man ja mal den ein oder anderen Text prüfen lassen: https://www.pangram.com
Die Frage ist jetzt, was daran schlecht sein soll, dass die KI einen Text produziert, in dem alle gemachten Aussagen korrekt sind, erwiesenermaßen korrekt. Ein Mensch kann die Aussagen nachprüfen und die Handlungsanweisungen ausprobieren. – Spontan: Nichts ist daran schlecht. Ob ein Mensch etwas Wahres schreibt oder eine KI, das bleibt sich gleich.
Und so toll waren in den letzten Jahren, bevor es die KI gab, die Reden der deutschen Politiker auch nicht, dass einem etwas fehlen würde, wenn diese Reden statt von einem Mitarbeiter von einer KI produziert worden wären.
Redaktionen jagen derzeit Reden von Politikern durch den KI-Detektor Pangram – Die Zeit warf zuletzt Digitalminister Karsten Wildberger eine KI-Nutzung bei Reden und Gastbeiträgen vor, der Focus zählte rund neun Prozent vollständig KI-geschriebener Bundestagsreden für 2026. Diese Infos kann man dem Netz entnehmen.
Im aktuellen Medien- und Softwarekontext ist Pangram ein hochentwickelter KI-Detektor von Pangram Labs. Die KI hat uns mitgeteilt, was Pangram (2024 von zwei Stanford-Absolventen gegründet) kann usw., siehe unten.
Was das Tool findet: Es analysiert Texte und findet heraus, ob ein Text von einer Künstlichen Intelligenz (wie ChatGPT, Claude oder Gemini) geschrieben wurde oder von einem Menschen.
Wie es funktioniert: Das Programm prüft Texte auf typische mathematische Muster, Satzstrukturen und sprachliche Vorlieben generativer Sprachmodelle. Es kombiniert diese Erkennung gleichzeitig ( nicht kostenlos) mit einer Plagiatsprüfung.
Aktuelle Relevanz: Die Software wird von Redaktionen und Hochschulen genutzt. Sie erlangte im Juni 2026 große Bekanntheit in Deutschland, als Medien damit KI-generierte Reden und Gastbeiträge von Politikern (wie Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt) entlarvten. Laut Studien erreicht die Version 3.0 eine Treffsicherheit von bis zu 99,98 Prozent.
Die Stadtverwaltung schickte anlässlich des heutigen Hitze-Aktionstages folgende Bestandsaufnahme:
Der Klimawandel und seine teils massiven Auswirkungen werden auch in Deutschland immer deutlicher sicht- und spürbar. Dabei sind „Hitzetage“ mit über 30 Grad am Tag oder „Tropennächte“ mit nachts über 20 Grad und die damit verbundenen gesundheitlichen Belastungen das größte singuläre Risiko, dem Menschen schon heute ausgesetzt sind und in Zukunft noch stärker sein werden: Jährlich sterben Tausende an den Folgen – auch in Deutschland. Dies zeigen entsprechende Studien wie zum Beispiel die des Umweltbundesamtes von 2025 oder die laufend erhobenen Daten des Robert Koch Instituts (RKI).
Wissen über Gefahren oft nicht ausreichend
Während der immer häufigeren und längeren Hitzeperioden wird das Gesundheitssystem und damit die gesamte Gesellschaft durch erhöhte Gesundheitsbelastungen, steigende Krankenhauseinweisungen und vermehrte Rettungseinsätze zusätzlich belastet. Menschen werden in ihrer Produktivität und ihrem Wohlbefinden eingeschränkt.
Trotz dieser massiven Gesundheitsrisiken ist Deutschland, speziell das deutsche Gesundheits- und Sozialsystem, noch nicht ausreichend auf Hitzeperioden vorbereitet. Auch das Bewusstsein und das Wissen über die Gefahren der Hitze und wie besonders gefährdete Personen am besten zu schützen sind, ist oft nicht ausreichend.
Um den Hitze- und Gesundheitsschutz stärker in den Fokus zu rücken und das Wissen in der Bevölkerung zu stärken, wurde der bundesweite Hitze-Aktionstag ins Leben gerufen, der in diesem Jahr am Donnerstag, 11. Juni, stattfindet (https://hitzeaktionstag.de). Eine der Forderungen der Initiatoren: Den Hitzeschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen.
In der Planung verankert
Die Stadt Aachen hat diese Verantwortung als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und der Fürsorgepflicht – zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen in KiTas und Schulen und für Mitarbeitende – früh erkannt. Im gesamtstädtischen „Klimafolgenanpassungskonzept Aachen“ von 2018 (KAK) wurden bereits wichtige Hitzevorsorgemaßnahmen wie der Erhalt von Kaltluftschneisen, die Entsiegelung und Begrünung von Flächen, Dach- und Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen, das Offenlegen von Bächen, Trinkwasserbrunnen und die Kommunale Hitzeaktionsplanung verankert. Der Fachbereich Klima und Umwelt hat deshalb 2022 begonnen, systematisch einen „Aachener Hitzeaktionsplan“ (AHAP) zu erarbeiten und schrittweise konkrete Maßnahmen zum Hitzeschutz und zur Vorsorge mit den jeweils zuständigen Fachbereichen abzustimmen.
So wurden in den letzten Jahren in den Fachbereichen Jugend und Schule, KiTa und Kindertagespflege, Sicherheit und Ordnung und dem Stadtbetrieb die Mitarbeitenden im Frühjahr und unmittelbar vor Hitzetagen aktiv zur Hitze- und UV-Vorsorge informiert: Wie schütze und sorge ich für Kinder und Jugendliche, wie schütze ich mich selbst? Für die Mitarbeitenden, die überwiegend im Freien tätig sind, wie beispielsweise die Teams des Ordnungsamtes, der Müllabfuhr, der Stadtreinigung und der Grünunterhaltung, wurde geeignete Arbeits- und UV-Schutzkleidung beschafft und der Hitze- und UV-Schutz im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz integriert.
Seit Anfang 2025 koordinieren Dipl.-Ing. Jens Hasse, Klimavorsorgemanager der Stadt, und Dr. Daniel Kelterbaum, Abteilungsleiter für Immissions- und Klimaschutz, gemeinsam die weitere Ausarbeitung und Entwicklung des AHAP. Dabei werden alle relevanten Fachbereiche und Eigenbetriebe in den gesamtstädtischen Prozess eingebunden. Gemeinsam mit dem Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing, der auch die Hitzevorsorge-Seiten unter www.aachen.de/hitze betreut, haben die beiden AHAP-Koordinatoren ein System zur frühzeitigen Hitzewarnung aufgebaut, das die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aufgreift. Zielgruppen sind die Bevölkerung und die Öffentlichkeit, aber auch die städtischen Mitarbeitenden.
Eine weitere wichtige Maßnahme im Rahmen des AHAP ist das Fachbereichs übergreifende Projekt „Hitzeschutz auf Außenflächen von Schulen und Kindergärten“, das die zuständigen Fachbereiche und Eigenbetriebe gemeinsam seit Anfang 2025 bearbeiten – koordiniert vom Dezernat Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude. Zur Vorbereitung wurde ein Maßnahmenkatalog mit Standard-Hitzeschutzmaßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung, Verschattung, ein Leitfaden zur Erfassung und Analyse der einzelnen Standorte erarbeitet. Bei Pilot-Begehungen in mehreren Schulen und KiTas wurden damit wichtige Erkenntnisse gesammelt. Insgesamt wurden bisher bereits 25 Standorte erfasst und für vier Objekte Förderanträge bei der „Zukunftsregion Rheinisches Revier“ eingereicht.
Die „Karte der Kühlen Orte“
Bereits im Sommer 2025 konnte der der Fachbereich Klima und Umwelt in Kooperation mit dem Fachbereich Geodaten eine „Karte der Kühlen Orte“ auf www.aachen.de/hitze veröffentlichen. Hier finden die Menschen in Aachen kühle Orte – in Parks, unter großen Bäumen, in Museen oder auch Kirchen – und haben auch die Möglichkeit, eigene „Kühle Orte“ zu benennen. Durch diese Zusammenarbeit und Beteiligung entsteht gemeinsam mit der Stadtgesellschaft eine Karte, die auch zur Verbreitung von Wissen über Hitze und das richtige Verhalten in diesen Extremsituationen beiträgt.
Eine wichtige Rolle im Hitzeschutz spielt auch die sogenannte „Bodenkühlleistung“ und das Entsiegeln und Begrünen von Flächen, gerade in dicht besiedelten Stadtteilen: Offene Böden und begrünte Flächen speichern weniger Wärme als Asphalt oder Beton und sorgen durch die Verdunstung von Wasser aus Boden und Pflanzen für natürliche Abkühlung. So verbessern sie das Mikroklima und wirken der Aufheizung verdichteter Räume entgegen.
„abpflastern“
Der bundesweite Wettbewerb „abpflastern“ der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz setzt genau hier an: Er ruft dazu auf, versiegelte Flächen zu entfernen und anschließend zu begrünen – grün statt grau. Vorbild ist die niederländische Initiative „Tegelwippen“, die sich seit Jahren für mehr entsiegelte und bepflanzte Flächen in Städten einsetzt. Ziel des Wettbewerbs ist es, gemeinsam einen Beitrag zur Klimaanpassung und zu lebenswerteren Städten zu leisten. Teilnehmen können Einzelpersonen, Nachbarschaften, Schulen, Kommunen, Unternehmen und Vereine. Entsiegelte Flächen können online registriert werden und werden der jeweiligen Kommune zugeordnet.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der jeweiligen Liga werden zum Saisonabschluss am 31. Oktober 2026 bekanntgegeben. Weiterführende Infos zum Wettbewerb unter www.abpflastern.de.
Praxisnahes Beispiel für Entsiegelung
Die Stadt Aachen, in Zusammenarbeit mit der StädteRegion Aachen, begrüßt das Engagement in diesem Wettbewerb ausdrücklich. Die Verwaltung sieht in Initiativen wie „abpflastern“ einen wichtigen Beitrag zum vorsorgenden Bodenschutz und zu einer klimavorsorgenden Stadtentwicklung. Bereits seit Jahren verfolgt die Stadt Aachen daher Maßnahmen zur Reduzierung von Flächenversiegelung und zur Entsiegelung bestehender Flächen.
Der Wohnungsnot geschuldet: Noch die kleinste Baulücke (hier: Zeppelinstraße) wurde und wird gefüllt. Archiv-Foto aus Oktober 2020
Dazu zählen unter anderem städtebauliche Projekte, das Brachflächen-Entsiegelungskataster sowie gezielte Maßnahmen an kommunalen Einrichtungen. Das wohl prominenteste Beispiel in der Aachener Innenstadt ist der Büchel: Dort wurde in den letzten Jahren bereits gezeigt, welchen Mehrwert die Umwandlung von einem Parkhaus zu einer Grünfläche bietet. Weitere Maßnahmen, wie das Brachflächen-Entsiegelungskataster, sind eher unbemerkt und struktureller Natur. Praxisnäher geht es der Aachener Stadtbetrieb an: In einer Kooperation mit Schülerinnen und Schülern der 4. Aachener Gesamtschule haben Auszubildende des Stadtbetriebs im Herbst 2025 Teile des Schulhofs entsiegelt und bepflanzt. Aber auch private Grundstücke spielen eine wichtige Rolle, da ihre Begrünung das Stadtklima nachhaltig verbessern kann.
Die Stadt befürwortet daher alle Aktivitäten, die auf eine Entsiegelung und nachhaltige Begrünung abzielen. Zur Unterstützung interessierter Bürgerinnen und Bürger gibt es praktische Hinweise und fachliche Empfehlungen der Verwaltung für die kleinflächige private Entsiegelungen unter: www.aachen.de/entsiegeln.
Neben der städtischen Klimaanalyse, der umfassenden Kommunikation zur Klimavorsorge, den Aktivitäten der Stadt zur Hochwasservorsorge, dem kommunalen Starkregenmanagement und der Grün- und Gestaltungssatzung stellt die Aachener Hitzeaktionsplanung einen wesentlichen Teil eines neuen Klimavorsorgekonzepts der Stadt Aachen dar.
Der aktuelle Stand des städtischen Hitzeaktionsplanungsprozesses (AHAP) wurde, wie jedes Jahr im Frühsommer, in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt am Dienstag, 9. Juni, vorgestellt.
Wer im Frankenberger Viertel wohnt, den wird vielleicht der Fortgang der Arbeiten auf der Bismarckstraße interessieren. Die Stadtverwaltung teilt jeweils mit, welchen Bauabschnitt sie gerade beginnt oder gerade fertiggestellt hat.
Von der Schlossstraße bis zum Neumarkt ist mittlerweile alles so gut wie fertig. Voraussichtlich ab 11. Juni wird man mit einem neuen Bauabschnitt beginnen. Gearbeitet wird in drei Unterabschnitten. Los geht es auf dem Teilstück Triebelsstraße bis Viktoriaallee. Die Arbeiten im ersten Unterabschnitt dauern laut Zeitplan etwa fünf Monate.
Weiter wird mitgeteilt: Während der Bauarbeiten wird der Bereich für Kraftfahrzeuge und Fahrräder voll gesperrt sein. Die Gehwege werden für Fußgängerinnen und Fußgänger weiter passierbar bleiben, sind aber für den Radverkehr nicht freigegeben.
Der Radverkehr wird vom 11. Juni an für die Dauer des gesamten zweiten Bauabschnitts auf Höhe des Neumarkts über die Frankenberger Straße, die Schenkendorf- und Turpinstraße in beiden Richtungen umgeleitet.
Foto: AachenNews Archiv
In der Viktoriaallee: alles anders
Durch die Bauarbeiten im Abschnitt Triebelsstraße und Viktoriaallee wird sich das Verkehrsgeschehen in der Viktoriaallee zwischen Oppenhoffallee und Frankenberger Straße grundlegend verändern.
Die stadtauswärts führende Fahrbahn der Viktoriaallee wird für den Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen und Bussen gesperrt sein. Nur Anwohnende können von der Oppenhoffallee oder von der Frankenberger Straße aus bis zum Beginn des Baufelds in die Viktoriaallee ein- und ausfahren.
Die Einbahnstraßenregelung auf dem stadteinwärts führenden Teil der Viktoriaallee wird für die nächsten Monate umgedreht. Der stadtauswärts fahrende Kraftfahrzeug- und Busverkehr wird auf diese Seite mit den ungeraden Hausnummern verlegt. An der Frankenberger Straße kehren alle Kraftfahrzeuge und Busse zurück auf ihren üblichen Fahrweg in Richtung Herz-Jesu-Kirche und Erzbergerallee.
Die Bushaltestelle Viktoriaallee wird in die gedrehte Einbahnstraße verlegt und ist über die Mittelinsel erreichbar. In der Einmündung von Oppenhoffallee und Viktoriaallee fallen in den nächsten Monaten einige Parkplätze am Straßenrand weg, damit Busse, Lkw und andere Kraftfahrzeuge gut um die Ecke kommen.
Stadteinwärts werden Kraftfahrzeuge und Busse von der Erzbergerallee kommend über Turpin-, Drimborn- und Bismarckstraße zur Oppenhoffallee umgeleitet.
Wie geht es danach weiter?
Nach Fertigstellung des Bauabschnitts zwischen Triebelsstraße und Viktoriaallee (Bauabschnitt (BA) 2.1) folgen die Abschnitte Viktoriaallee bis zur Ecke Drimbornstraße (BA 2.2) und später Drimborn-, Bever- und Schenkendorfstraße (BA 2.3). Anders, als im Frühjahr 2025 in einem Faltblatt und in den Medien angekündigt, hat sich die Fachverwaltung mit der Baufirma auf die veränderte Reihenfolge bei der Umsetzung der Unterabschnitte verständigt.
Die Bauarbeiten an der Bismarckstraße wurden im Jahr 2024 beschlossen, im Jahr 2025 beauftragt und sollen im Sommer 2027 abgeschlossen werden.
Schon jetzt soll auf den Wollsammeltag für das „Stricken gegen die Kälte“ hingewiesen werden. Putin nutzt bekanntlich nicht nur unsere Angst vor Eskalation als eine Waffe. Für Putin ist auch die Kälte eine Waffe.
Der Wollsammeltag ist zwar erst am Donnerstag, 10. September. Doch vielleicht kann man sich bis dahin schon ein paar warme Sachen zurücklegen. Von 10 bis 17 Uhr kann man am 10. September in die Citykirche, St. Nikolaus, Großkölnstraße, jede Menge Wolle bringen.
Zur Erinnerung: Vom 25. Oktober 2025 bis zum 15. Januar 2026 hat der ukrainische Sicherheitsdienst mindestens 256 Luftangriffe auf Einrichtungen der Strom- und Wärmeversorgung dokumentiert. Wärmekraftwerke, Umspannwerke und kritische Übertragungsknotenpunkte gehörten zu den Hauptangriffszielen. Dadurch wurde die Aufrechterhaltung einer stabilen Energie- und Wärmeversorgung während des letzten Winters erheblich beeinträchtigt.
Auch wenn man natürlich hofft, dass der Krieg in der Ukraine bald zu Ende ist: auf Unterstützung wird die Bevölkerung weiterhin angewiesen sein. „Dazu möchten wir einen Beitrag leisten und über persönliche Kontakte Wolle und fertige Wollsachen in die Ukraine schicken“, heißt es in einem Text der Ökumenischen CitySeelsorge Aachen.
Wer am Wollsammeltag warme Wollsachen oder lose Wolle zur Verfügung stellen kann, ist in der Citykirche willkommen.
Um Dinge klar zu sehen, ist meist ein Faktencheck hilfreich. Den machte jetzt die Gruppe, die den Radentscheid 2019 ins Leben rief. Man möchte bei Mobilitätsthemen mit Faktenchecks zur Versachlichung und transparenteren Information beitragen.
Die Gruppe schreibt:
Die unten genannten Ziele sollten innerhalb von acht Jahren, also bis zum Jahr 2027, erreicht werden. Seitdem sind sechs Jahre vergangen. Dementsprechend müssten die Ziele zu 75 % erreicht sein. Das Team Radentscheid hat das laut Mobilitätsbericht 2025 bis Ende des Jahres 2025 Erreichte mit den im November 2019 beschlossenen Zielen verglichen.
Ziel 1: Durchgängiges, engmaschiges Radwegenetz erstellen
Dazu gehört u.a. die Planung dieses Netzes innerhalb eines Jahres. 90 % der Bevölkerung sollen die Radhauptverbindungen in maximal 200 m erreichen. Jährlich werden 10 km Radhauptverbindungen erstellt.
Fakten:
• Der Plan für ein durchgehendes und engmaschiges Radwegenetz in Aachen wurde im Jahr 2023 vom Mobilitätsausschuss beschlossen. Dieser Teil von Ziel 1 ist demnach erfüllt.
• Bei einer jährlichen Fertigstellung von 10 km Radhauptverbindungen ergibt sich eine Zielmarke von 80 km nach acht Jahren. Laut Mobilitätsbericht wurden im Jahr 2025 insgesamt 400 Meter neuer Radhauptverbindungen erstellt, insgesamt seit 2019 16,5 km. Die Realisierung des Radwegenetzes ist somit zu ca. 20 % erreicht. Bezogen auf das Jahr 2025 wurden nur 4% des Jahresziels erreicht.
Ziel 2: Kreuzungen sicher gestalten
Dazu gehört u.a., jährlich drei große Ampelkreuzungen mit Priorität auf Sicherheit und zügigem Vorankommen für Fuß- und Radverkehr umzubauen (Ziel 2.1). Ferner sollen jährlich 15 Einmündungen und Grundstückszufahrten zur Erhöhung der Sicherheit für den Rad- und Fußverkehr niveaugleich umgestaltet werden (Ziel 2.2).
Fakten:
• Bei einem Umbau von jährlich drei großen Ampelkreuzungen ergibt sich eine Zielmarke von 24 umgebauten Kreuzungen. Laut Mobilitätsbericht 2025 wurde bisher keine große Ampelkreuzung dem Beschluss entsprechend umgebaut. Ziel 2.1 ist Ende 2024 somit zu 0 % erfüllt.
• Bis Ende Jahr 2025 wurden kumuliert seit 2019 zehn Einmündungen und Grundstückszufahrten niveaugleich umgebaut, was bei einer Gesamtzahl von 120 einer Zielerreichung für Ziel 2.2. von ca. 8,33 % entspricht.
Ziel 3: Sichere Radwege an Hauptstraßen
Dazu gehört u.a. der Bau von jährlich 5 km Radwegen mit 2,30 m Breite an Hauptverkehrsstraßen, baulich getrennt von diesen.
Fakten:
• Laut Mobilitätsbericht wurden im Jahr 2025 0,4 km neue Radwege errichtet, womit weniger als 10 % der für 2025 vorgesehenen 5 km Radwege gebaut wurden.
• Im gesamten Zeitraum bis Ende 2025 wurden 5,7 km Radwege an Hauptverkehrsstraßen errichtet, womit das Ziel 3 von insgesamt 40 km jedoch nur zu ca. 13,5 % erreicht wurde.
Ziel 4: Geh- und Radwege durchgängig und einheitlich gestalten
Dazu gehört u.a., neue oder zu sanierende Radfahrflächen deutlich durch rote Farbe zu kennzeichnen und damit vom übrigen Straßenraum abzusetzen sowie Geh- und Radwege baulich voneinander zu trennen.
Fakten:
• Der Mobilitätsbericht 2025 der Stadt Aachen enthält hierzu nur den Hinweis „Standard Roteinfärbung in der verwaltungsseitigen Prüfung.“ Bisher ist dem Team Radentscheid nicht bekannt, was diese Prüfung ergeben hat.
Ziel 5: Fahrradstellplätze umfassend ausbauen
Dazu gehört u.a. a) 2.500 Plätze in bewachten Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen mit hohem Pendleraufkommen, b) 2.500 überdachte, beleuchtete Plätze an weiteren Bahnhöfen und Haltestellen, c) je 5.000 Plätze an Fahrradbügeln außer- sowie innerhalb des Alleenrings. Insgesamt sollen somit 10.000 neue Fahrradstellplätze entstehen, davon rechnerisch bis Ende 2025 7.500 (2020 bis 2025 1.250 pro Jahr).
Fakten:
• Seit 2019 sind laut Mobilitätsbericht insgesamt 32 Fahrradstellplätze in bewachten Fahrradparkhäusern und an Bahnhöfen entstanden. Im Jahr 2025 sind keine neuen Fahrradstellplätze in Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen errichtet worden. Ziel 5 a) wurde zu 1,3 % erreicht.
• 167 überdachte und beleuchtete Fahrradstellplätze wurden seit 2019 neu geschaffen. Auch hier sind im Jahr 2025 keine Fahrradstellplätze hinzugekommen. Ziel 5 b) wurde somit zu 6,7 % erreicht.
• 5c) Im Jahr 2025 wurden 247 Fahrradbügel neu errichtet. Seit 2019 wurden damit insgesamt 2.738 Fahrradbügel neu aufgestellt, was einer Zielerreichung für Ziel 5c) von 55,3 % entspricht (hierbei setzen wir zwei Fahrradstelleplätze je Fahrradbügel an).
Ziel 6: Mängel online erheben und zeitnah beseitigen
Dazu gehört u.a. die Einrichtung eines Online-Portals, welches die Meldung von Mängeln am Geh- und Radwegenetz ermöglicht und Mängel öffentlich einsehbar macht mit Eingangsdatum, Kartenposition, Klassifizierung des Mangels, Foto, Datum der geplanten und tatsächlicher Behebung.
Fakten:
• Dieses Portal wurde 2022 eingerichtet und umfasst die vorgesehenen Angaben. Es ermöglicht auch das Eintragen von unterschiedlichen Mängeln wie wilder Müll, beschädigte Spielplätze oder defekte Ampelanlagen. Erfahrungen beim Eintragen von Mängeln zeigen, dass dieses Portal aktiv bewirtschaftet wird. Das Ziel 6 ist damit zu 100 % erreicht.
Ziel 7: Verkehrswende konsequent und transparent fördern
Ein schriftlicher Bericht über den Umsetzungsstand der Ziele und städtische Akquise von (Rad-Verkehrsfördermitteln) wird jährlich veröffentlicht und in Bürgerforen sowie politischen Gremien diskutiert.
Fakten:
• Mit dem Mobilitätsbericht 2025, der auch zur Zielerreichung des Radentscheids Auskunft gibt, liegt ein schriftlicher Bericht vor, der wichtige Informationen zum Umsetzungsstand enthält, jedoch nicht zu Ziel 4. Im Jahr 2025 hat die Stadt Aachen 26 Euro pro Einwohner*in für den Radverkehr investiert, was im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung von 2,90 Euro darstellt.
• Beim Jahresdialog Mobilität am 17.03.2026 wurde auch über den Umsetzungsstand des Radentscheids berichtet und Fragen der Bürgerinnen und Bürger von den zuständigen Verwaltungsstellen und der verantwortlichen Dezernentin beantwortet. Der neue Oberbürgermeister hat am Jahresdialog, anders als seine Vorgängerin, nicht teilgenommen.
• Ob eine Diskussion der Zielerreichung im Rat, der diese Ziele vorgegeben hat, erfolgt ist, lässt sich dem Ratsinformationssystem nicht entnehmen.
Hier nochmals das Fazit:
Wenn man die Zahlen des Mobilitätsberichts 2025 mit den Zielen des Radentscheids vergleicht, wird deutlich, dass die Umsetzung der meisten Ziele deutlich unter dem Sollwert von 75 % liegt und oftmals nur einstellige Prozentwerte erreicht werden.
Auch wenn man berücksichtigt, dass es in den Anfangsjahren etwas langsamer ging, da zunächst geplant werden musste, liegt die Umsetzungsgeschwindigkeit deutlich unter dem angestrebten Maß. Betrachtet man die Fortschritte im Vergleich mit dem Jahr 2024, muss leider festgestellt werden, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit im Jahr 2025 auf niedrigem Niveau sogar noch deutlich zurückgegangen ist. So wurden z.B. im Jahr 2024 noch 2,4 km sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen gebaut (Ziel 3), während im Jahr 2025 lediglich 400 Meter neu hinzu gekommen sind.
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Es kommentiert Gastautor Günter Grass: „Der Fortschritt ist eine Schnecke.“
Mehr als acht Jahre Arbeit stecken hinter der Erstaufnahme von Aachens Stadtbäumen in das Baumkataster. Die beachtliche Zahl am Ende: 125.014 Stadtbäume und damit deutlich mehr, von denen die Expertinnen und Experten ursprünglich ausgegangen waren.
Dargestellt im Baumkataster sind die Daten nun auch in Teilen für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Geoportal der Stadt Aachen können Bürgerinnen und Bürger die Stammdaten zur Gattung, Größe, Kronen- und Stammdurchmesser einsehen.
Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons sagt: „125.000 Bäume einzeln zu begutachten und zu bewerten, das ist eine enorme Zahl und eine herausragende Leistung.“
Die Informationen lassen sich in vielfältiger Weise evaluieren. Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, verwies in dem Zusammenhang auf die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Darin ist festgelegt, dass städtische Ökosysteme auf nationaler Ebene bis 2030 keinen Nettoverlust an städtischer Grünfläche und Baumüberschirmung erleiden dürfen und danach weiterwachsen sollen. „Das Baumkataster ist für uns ein wichtiges Instrument, um diesen Prozess zu betreuen.“
Die Besonderheit des Aachener Baumkatasters liegt unter anderem in der Bündelung der Thematik beim Team Baumunterhaltung des Aachener Stadtbetriebs. Unabhängig von den Liegenschaften: Ob Spiel- und Sportplätze, Friedhöfe, Parkanlagen, Straßenzüge, Gebäudegrün, Kitas und Schulen – alle Stadtbäume sind zentral erfasst. „Das vereinfacht Prozesse und schafft Synergien“, sagte Andreas Schulz, Leiter der Baumunterhaltung des Stadtbetriebs.
Dieser wunderbare, schöne und gesunde Baum befand sich in der Mataréstraße. Er kann jetzt nicht mehr registriert werden, er wurde 2021 gefällt. Ohne Vorwarnung. Noch heute wird sein Verschwinden heftig betrauert.
Zusammengetragen und in das Geoportal der Stadt Aachen eingepflegt wurden die Informationen vom städtischen Fachbereich Geoinformation und Bodenordnung – einem sonst eher unsichtbaren Fachbereich, wie Frauke Burgdorff, Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Mobilität, hervorhob. „Die Kolleginnen und Kollegen haben unter anderem die Aufgabe, urbane Daten zu sammeln und für viele nützlich darzustellen. Wir sind sehr froh, dass nun auch der Eigenbetrieb in unser Datensystem eingestiegen ist. Denn der Stadtbetrieb kommt am meisten in unserer Stadt rum.“
Von der Veröffentlichung der Daten profitiert auch die Wissenschaft: Regelmäßig erreichen diesen städtischen Fachbereich teils bundesweite Anfragen, die nun kurzzeitig beantwortet werden können.
Neben den, jetzt auch öffentlichen Stammdaten haben die Baumkontrolleurinnen und -kontrolleure auch Informationen zum Zustand der Bäume aufgenommen. Darin sind der Baumzustand wie die Beschaffenheit von Baumkrone, Stamm, Rinde, Wurzelwerk und Baumumfeld notiert. Dazu kommen dann mögliche Krankheiten, Wunden, Pilzbefall, Standfestigkeit und weitere Hinweise über den Gesundheitszustand des Baums.
In einem dritten Bereich werden mögliche, erforderliche Maßnahmen aufgeführt. „All diese Informationen werden heute schnell und übersichtlich am mobilen Endgerät ins Programm eingegeben und sind sofort für alle abrufbar. Dadurch können wir auch direkt im Baumkataster Arbeitsaufträge an die Baumpflege weitergeben und Langzeitmaßnahmen bestimmen.“