125.014 Stadtbäume sind im neuen Baumkataster registriert

Mehr als acht Jahre Arbeit stecken hinter der Erstaufnahme von Aachens Stadtbäumen in das Baumkataster. Die beachtliche Zahl am Ende: 125.014 Stadtbäume und damit deutlich mehr, von denen die Expertinnen und Experten ursprünglich ausgegangen waren.

Dargestellt im Baumkataster sind die Daten nun auch in Teilen für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Geoportal der Stadt Aachen können Bürgerinnen und Bürger die Stammdaten zur Gattung, Größe, Kronen- und Stammdurchmesser einsehen.

Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons sagt: „125.000 Bäume einzeln zu begutachten und zu bewerten, das ist eine enorme Zahl und eine herausragende Leistung.“

Die Informationen lassen sich in vielfältiger Weise evaluieren. Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, verwies in dem Zusammenhang auf die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Darin ist festgelegt, dass städtische Ökosysteme auf nationaler Ebene bis 2030 keinen Nettoverlust an städtischer Grünfläche und Baumüberschirmung erleiden dürfen und danach weiterwachsen sollen. „Das Baumkataster ist für uns ein wichtiges Instrument, um diesen Prozess zu betreuen.“ 

Die Besonderheit des Aachener Baumkatasters liegt unter anderem in der Bündelung der Thematik beim Team Baumunterhaltung des Aachener Stadtbetriebs. Unabhängig von den Liegenschaften: Ob Spiel- und Sportplätze, Friedhöfe, Parkanlagen, Straßenzüge, Gebäudegrün, Kitas und Schulen – alle Stadtbäume sind zentral erfasst. „Das vereinfacht Prozesse und schafft Synergien“, sagte Andreas Schulz, Leiter der Baumunterhaltung des Stadtbetriebs. 

Dieser wunderbare, schöne und gesunde Baum befand sich in der Mataréstraße. Er kann jetzt nicht mehr registriert werden, er wurde 2021 gefällt. Ohne Vorwarnung. Noch heute wird sein Verschwinden heftig betrauert.

Zusammengetragen und in das Geoportal der Stadt Aachen eingepflegt wurden die Informationen vom städtischen Fachbereich Geoinformation und Bodenordnung – einem sonst eher unsichtbaren Fachbereich, wie Frauke Burgdorff, Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Mobilität, hervorhob. „Die Kolleginnen und Kollegen haben unter anderem die Aufgabe, urbane Daten zu sammeln und für viele nützlich darzustellen. Wir sind sehr froh, dass nun auch der Eigenbetrieb in unser Datensystem eingestiegen ist. Denn der Stadtbetrieb kommt am meisten in unserer Stadt rum.“

Von der Veröffentlichung der Daten profitiert auch die Wissenschaft: Regelmäßig erreichen diesen städtischen Fachbereich teils bundesweite Anfragen, die nun kurzzeitig beantwortet werden können. 

Neben den, jetzt auch öffentlichen Stammdaten haben die Baumkontrolleurinnen und -kontrolleure auch Informationen zum Zustand der Bäume aufgenommen. Darin sind der Baumzustand wie die Beschaffenheit von Baumkrone, Stamm, Rinde, Wurzelwerk und Baumumfeld notiert. Dazu kommen dann mögliche Krankheiten, Wunden, Pilzbefall, Standfestigkeit und weitere Hinweise über den Gesundheitszustand des Baums.

In einem dritten Bereich werden mögliche, erforderliche Maßnahmen aufgeführt. „All diese Informationen werden heute schnell und übersichtlich am mobilen Endgerät ins Programm eingegeben und sind sofort für alle abrufbar. Dadurch können wir auch direkt im Baumkataster Arbeitsaufträge an die Baumpflege weitergeben und Langzeitmaßnahmen bestimmen.“ 

Das Geoportal im Internet: www.geoportal.aachen.de

Weitere Informationen zur Baumunterhaltung: www.aachen.de/baumunterhaltung

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

Sonntag: Aktionstag der Aachener Museen

Am Sonntag, 17. Mai, ist Internationaler Museumstag. Die Aachener Museen feiern ihn bei freiem Eintritt und haben uns ihr vielfältiges Programm zukommen lassen.

Unter dem Motto „Museen führen Diverses zusammen“ feiern die Museen in ganz Deutschland den Aktionstag. Auch die Aachener Museen haben sich einiges vorgenommen.

Das ganze Programm:

Internationaler Museumstag in Aachen
Sonntag, 17. Mai 2026
Eintritt frei

11.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellungstrias „Das Pferd. Drei Museen“
Aula Carolina

Pontstraße 7, Aachen

im Rahmen des Aachen WM Special widmen sich drei Aachener Museen – das Suermondt-Ludwig-Museum, das Centre Charlemange und das Ludwig Forum – dem Thema Pferd in Kunst, Fotografie und Film.
Der Eintritt zur feierlichen Eröffnung ist frei. Anschließend können alle Ausstellungen bei freiem Eintritt in den Museen besucht werden.

Centre Charlemagne
10.00 – 18.00 Uhr

Katschhof 1, Aachen

10.00 – 18.00 Uhr

Kinderrallye – Entdecken Sie mit Ihren Kindern das Centre Charlemagne! 

Es winken kleine Preise.

11.00 Uhr

Aachen für alle – Familienführung durch die Dauerausstellung mit Dr. Monika Haas

(Treffpunkt: Foyer)

12.00 Uhr

Aachen international!

Themenführung durch die Dauerausstellung mit Sibylle Reuß 

(Treffpunkt: Foyer)

Die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen Aachens reichten schon unter Karl dem Großen von Bagdad bis nach Skandinavien. Gesandtschaften aus aller Herren Länder trafen sich in Aachen, um Verträge auszuhandeln, so 1668, 1748 und 1818. Kurze Zeit gehörte Aachen zu Frankreich, die Industrialisierung wurde maßgeblich von belgischen Industriellen vorangetrieben und heute versteht Aachen sich als Europastadt im Dreiländereck. Die Führung zeigt, wie sich die internationalen Beziehungen der Stadt im Laufe der Zeit verändert haben und wo es vielleicht auch immer noch Kontinuitäten gibt.

13.00 Uhr

„Ich war noch nie im Centre Charlemagne“

Beichtgespräche mit Museumsleiter Frank Pohle

(Treffpunkt: Auditorium)

Wir sind ja der festen Überzeugung, dass es zu den acht Todsünden gehört, noch nie das Centre Charlemagne besucht zu haben! Kommen Sie mit sich ins Reine und erleichtern Sie Ihr Gewissen im Beichtgespräch mit der Museumsleitung. Was hat Sie bisher abgehalten? Was erwarten oder befürchten Sie? Was tun wir eigentlich so den ganzen Tag? Und wofür sind Museen eigentlich gut? Braucht man die? Und was haben Sie davon? – Ein Angebot für absolute Neueinsteiger. Denn: Zur Umkehr ist es nie zu spät!

14.00 – 16.00 Uhr 

Menschen unterwegs

Ein Workshop für Groß und Klein mit Kathrin Philipp-Jeiter und Petra Hellwig

(Treffpunkt: Didaktikraum)

Im frühen Mittelalter reisten weniger Menschen als heute. Der Herrscher war mit seinem Gefolge und Heer unterwegs, es reisten Pilger, Händler, Diplomaten oder Handwerker. Eines war allen Reisenden gemeinsam: sie durchquerten unwegsames Gelände, das Reisen war mühsam und gefährlich. Wo fand man eine Übernachtungsmöglichkeit? Welche Transportmittel wurden genutzt? Was gehörte ins Reisegepäck? Wie versorgte man sich unterwegs mit Lebensmitteln? Im Workshop im Workshop können eine Reiserolle oder Münzen und Geldkatzen gestaltet werden.

15.00 Uhr

Grenzen in, um und von Aachen

Themenführung durch die Dauerausstellung mit Museumsleiter Frank Pohle 

(Treffpunkt: Foyer)

In der Geschichte allgemein wie auch in der Geschichte Aachens begegnen ständig Grenzen – zwischen Menschen, Gruppen, Schichten, Völkern, Staaten, Sprachen. Es begegnen aber ständig auch Grenzüberschreitungen, gewollte und ungewollte. Welche Grenzen waren für Aachens Stadtgeschichte wichtig? Welche wirken bis heute fort? – Nehmen wir einen etwas anderen Blickwinkel auf die Dauerausstellung des Centre Charlemagne ein.

16.30 Uhr

Tradition – Emotion – Innovation. 100 Jahre CHIO Aachen

Ein Rundgang durch die Fotoausstellung mit Dr. Doris Beaujean und Frank Pohle 

(Treffpunkt: Foyer)

Der CHIO Aachen ist allen Aachenerinnen und Aachenern und allen Menschen in unserer Region ein Begriff. Rund 90 Fotografien aus seiner hundertjährigen Geschichte sind im Foyer zu sehen. Die Ausstellungseröffnung findet am Internationalen Museumstag statt, sodass Sie dann erstmals Gelegenheit haben, die Ausstellung hier (und andere der Kunst- und Kulturgeschichte des Pferdes gewidmete Ausstellungen im Suermondt-Ludwig-Museum und im Ludwig Forum) zu besuchen. Die Kuratoren der Ausstellung, Dr. Doris Beaujean vom CHIO-Museum des Aachen-Laurensberger Rennvereins und Dr. Frank Pohle vom Centre Charlemagne geben im Rahmen eines Rundgangs eine kleine Einführung in das Gezeigte. Was wird erzählt? Was fehlt vielleicht auch? Woran erinnern Sie sich? Was entdecken Sie wieder?

Zollmuseum Friedrichs

Horbacher Straße 497, Aachen-Horbach

Da das Zollmuseum Friedrichs ausschließlich mit Führung zugänglich ist, ist es außerhalb und während der Termine für Individualbesucher leider geschlossen. Bitte versuchen Sie daher unbedingt, zu den Veranstaltungen pünktlich zu erscheinen.

14.30 Uhr 

Verbindung über Grenzen hinweg

Humor und Musik, Bergbau und Industrie, Straße und Eisenbahn, Kultur und Geschichte

Führung und Kurzvortrag mit Peter Dinninghoff

Da das Zollmuseum Friedrichs bietet eine Fülle spannender Themen über das Leben an der Grenze, die oftmals weniger getrennt als verbunden hat. Wir geben einen Einblick in Geschichte und Geschichten – lebendig, überraschend, für alle Altersgruppen.

18.00 Uhr 

Sich über Grenzen besser verstehen

Ein unbekannter Todeszaun, die Siegfried-Line und eine Familien-Staatsaffäre mit Aachen-Bezug

Führung und Kurzvortrag mit Peter Dinninghoff

Da das Zollmuseum Friedrichs bietet eine Fülle spannender Themen über das Leben an der Grenze, die eine stete Aufforderung zu ihrer Überwindung darstellt. Wir geben einen Einblick in Geschichte und Geschichten – lebendig, überraschend, für alle Altersgruppen.

Internationales Zeitungsmuseum
10.00 – 17.00 Uhr

Pontstr. 13, Aachen

www.izm.de

Sie waren noch nie im Museum, sind aber neugierig? Oder kommen Sie aus voller Überzeugung immer wieder? – Jetzt besteht erneut eine Gelegenheit mit vielen Angeboten für Groß und Klein, die Aachener Museen kennen zu lernen. Immer am dritten Sonntag im Mai begehen wir den „Internationalen Museumstag“. Er steht stets unter einem Motto, das zentral vorgegeben ist. In diesem Jahr lautet es: „Museen führen Diverses zusammen“, auch und gerade in Zeiten, in denen Sparzwänge darauf drängen, die eigene Rolle in der sich schnell wandelnden, hoch diversen Gesellschaft zu überdenken. Alle städtischen Museen Aachens beteiligen sich am Museumstag, der zugleich ein Tag der Offenen Tür für alle ist.

11.30 Uhr

Heiraten in Aachen

Einblicke in fremde Welten mit Museumsleiter Andreas Düspohl 

(Treffpunkt: Trauraum)

Heiraten verbindet. Im Trauraum des Zeitungsmuseums finden regelmäßig Hochzeiten statt. Dabei kommt es zu Begegnungen aus Kulturkreisen mit unterschiedlichen Traditionen. Einzelne Gesten, z.B. die Frage nach dem Kuss (Stirn oder Mund?) dem Ring (links oder rechts, welcher Finger?) oder die Wahl des Namens. Dazu gibt es zahlreiche kuriose Fakten und Anekdoten, die Museumsleiter Andreas Düspohl zusammengetragen hat und in einer kleinen amüsanten Führung im Trauraum zum Besten gibt.

12.30 Uhr 

Zeitungsquiz für junge Leser

mit Museumsleiter Andreas Düspohl

Woher kommt denn diese Zeitung wohl? Wir präsentieren eine Reihe von Zeitungen aus verschiedenen Ländern und in verschiedenen Sprachen und lernen etwas darüber, wie unterschiedliche Schriften, Buchstaben und Zeichen aussehen und wie Zeitungen aus fremden Ländern sich zum Teil sehr von denen unterscheiden, die wir hier gewohnt sind.

13.30 Uhr 

Aus den Beständen der internationalen Zeitungssammlung

Wichtiges und Kurioses mit Museumsleiter Andreas Düspohl

(Treffpunkt: Bibliothek)

Mit mittlerweile annähernd 400.000 Exemplaren, ist das Archiv des Zeitungsmuseums eine Institution für historisches Zeitungswesen. Im Laufe der Zeit hat sich auch eine große Zahl an kuriosen und außergewöhnlichen Exemplaren angesammelt, von denen heute einige präsentiert werden.

14.00-16.00 Uhr

Druck verbindet – Präsentation der historischen Setzerei

(Treffpunkt: Didaktikraum)

16.00 Uhr

Paul Julius Reuter und die Macht des Telegraphen

Vortrag von Museumsleiter Andreas Düspohl

(Treffpunkt: Didaktikraum)

Am Anfang war die Taube. Der geniale Kaufmann Paul Julius Reuter legte vor 160 Jahren in Aachen den Grundstein für ein weltweites Nachrichtenimperium, indem er Brieftauben als Transportmittel einsetzte. Später nutzte er den Telegraphen. Auch heute noch verbindet das Reuters-Netzwerk die (Nachrichten-) Welt. Der Vortrag erläutert die Geschichte der Nachrichtenübertragung und schildert den spannenden Aufstieg eines erfindungsreichen Pioniers.

Couven Museum

10.00 – 17.00 Uhr
Hühnermarkt 17, 52062 Aachen

www.couven-museum.de

Programm

10.00 – 17.00 Uhr

Pinnwandaktion: Was können Museen machen, um Menschen zu verbinden? 

Ihre Ideen sind gefragt.

10.00 – 17.00 Uhr

Kinderrallye – Entdecken Sie mit Ihren Kindern das Couven Museum! 

Es winken kleine Preise. 

11.15 Uhr 

Die Welt in einer Tasse! Der Wandel des Frühstücks

Ein Rundgang durch das Couven Museum 

Mit Georg Tilger

Ein etwas rätselhafter Titel – aber Rätsel sind immer spannend! Bei unserer Hausführung erhalten Sie spannende Einblicke in das Leben vergangener Zeiten, lernen die Geschichte des Hauses kennen und erleben mit wertvollen Möbeln, Kunsthandwerk und Alltagsgegenständen eingerichtete Räume. Die Führung richtet sich an alle, die sich für Geschichte, Architektur und das bürgerliche Leben früherer Jahrhunderte interessieren.

12.00 Uhr

Ein Haus erwacht zum Leben

Familienführung mit Julia Samp

Funkelnde Kronleuchter und dunkle Ecken, knarrende Fußböden und tickende Uhren, Gerüche von Gewürzen und Kräutern und viele, viele Treppenstufen rauf und runter – wir gehen gemeinsam im Couven Museum auf eine Zeitreise und erkunden das Haus, seine Möbel und die Ausstattung mit all unseren Sinnen: Wie viel vom Damals steckt noch im Heute? Was finden wir aus unserem Alltag im Jahr 2026 wieder und was hat sich verändert? 

13.00 Uhr

Was trennt und was verbindet uns im Alltag?

Ein Rundgang durch das Damals und das Heute mit Dr. Monika Haas

Das Couven Museum lädt dazu ein, Alltagsleben vergangener Jahrhunderte mit unserer heutigen Lebensweise zu vergleichen. Bei dem Rundgang entdecken Sie, wie Menschen früher gewohnt, gearbeitet und ihren Alltag gestaltet haben. Dabei wird sichtbar, was sich im Laufe der Zeit verändert hat – und was uns bis heute verbindet. Historische Räume, Möbel und Gebrauchsgegenstände erzählen anschaulich von Gewohnheiten und Bedürfnissen früherer Generationen. Lassen Sie sich inspirieren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede neu zu entdecken.

15.00 Uhr

Salon versus Küche – 

Herrschaft und Bedienstete im bürgerlichen Alltag um 1800 

Ein Rundgang mit Dr. Monika Haas

Im Couven Museum eröffnet sich ein spannender Blick hinter die Kulissen bürgerlicher Haushalte um 1800. Die Führung beleuchtet das Zusammenspiel von repräsentativen Wohnräumen wie dem Salon und den funktionalen Bereichen der Bediensteten. Dabei wird deutlich, wie stark der Alltag von sozialen Strukturen und klaren Rollenverteilungen geprägt war. Anhand originalgetreu eingerichteter Räume lassen sich Arbeits- und Lebenswelten unmittelbar nachvollziehen. Entdecken Sie, wie Nähe und Distanz, Sichtbarkeit und Verborgenes das häusliche Leben bestimmten.

Suermondt-Ludwig-Museum

10.00 – 17.00 Uhr
Wilhelmstr. 18, Aachen

www.suermondt-ludwig-museum.de

Ganztägig:      

Offener Workshop: Kreativspaß rund um das Pferd 

Ort: Kupferstichkabinett (1.OG)

Mitmachen, knobeln, staunen – die Familienrallye für kleine und große Entdecker!

Ort: Foyer

12.00 Uhr Öffentliche Führung

„Das ganze Haus ein Zoo: Tierdarstellungen im Suermondt-Ludwig-Museum“

Mit Karl-Heinz Jeiter

Ludwig Forum für Internationale Kunst

10.00 – 17.00 Uhr
Jülicher Str. 97-109, Aachen

www.ludwigforum.de

12.00 – 16.00 Uhr
Mischwesen und Pferdemenschen – Offener Familienworkshop

In der Kunstwerkstatt entstehen fabelhafte Mischwesen, die als Steckenpferde in einem Parcours im Park und Hof des Ludwig Forum Auslauf finden. 

12.00 – 16.00 Uhr
Siebdruck-Station

Mit dem Pferdekopf-Logo der Ausstellungsreihe wird die Technik des Siebdrucks erprobt. Stofftaschen oder mitgebrachte Textilien können im eigenen Farbverlauf bedruckt werden. 

13.00 Uhr
Paarhufer und Mischwesen – Öffentliche Führung

Zwei Kamele, eine beschwipste Katze und eine Gruppe fantasievoller Mischwesen – die öffentliche Führung nimmt Kunstwerke von Nancy Graves, Ellen Gronemeyer und Bertram Jesdinsky in den Blick und schaut auf echte und unechte Kreaturen. 

15.00 Uhr
Künstler*innengespräch zur Filminstallation Centaur – Mensch und Pferd

mit Künstlerin und Filmemacherin Yalda Afsah (Centaur, 2020), dem Künstlerduo Marianne Halter & Mario Marchisella (Pferde über Wiese, 2014) und Kuratorin Esther Boehle

Hintergrund: 

Internationaler Museumstag
Der Internationale Museumstag wird vom Internationalen Museumsrat ICOM seit 1978 jedes Jahr im Mai ausgerufen. Seit 1992 wird er von einem jährlich wechselnden Motto begleitet. Der Internationale Museumstag möchte auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der Museen in aller Welt aufmerksam machen. In Deutschland steht der Internationale Museumstag unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Bundesrates.

Das sagte Mario Draghi bei der Verleihung des Karlspreis in Aachen

Der neue Karlspreisträger Mario Draghi auf der Bühne des Katschhof (am Rednerpult). Bei ihm: die drei belarussischen Bürgerrechtlerinnen Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kalesnikava, Karlspreisträgerinnen von 2022, sowie u.a. die Herren Laschet, Wüst, Ziemons und Schulz. Foto: Michael Klarmann
Ich will nicht so tun, als sei das, was Europa bevorsteht, einfach. Die Belastung für unseren Kontinent ist tiefgreifend und nimmt von Monat zu Monat zu.

Doch dies ist nicht nur ein Augenblick der Gefahr. Es ist auch ein Augenblick der Erkenntnis.

Denn die Kräfte, die Europa derzeit auf die Probe stellen, vollbringen etwas, das Jahrzehnte des Friedens und des Wohlstands nicht vermochten: Sie zwingen die Europäer dazu, sich erneut bewusst zu werden, was sie verbindet – und was sie bereit sind, gemeinsam aufzubauen.

Das sollte uns Zuversicht geben. Es sollte uns aber auch einen klaren Blick für das Ausmaß der Aufgabe verleihen, die vor uns liegt.

Seit 2020 jagt ein externer Schock den nächsten; jeder verstärkt den vorangegangenen, jeder verringert den Spielraum für Zögern. Noch immer müssen wir Zölle unseres größten Handelspartners verkraften – in einem Ausmaß, wie es seit einem Jahrhundert nicht mehr dagewesen ist. Nun hat der Krieg im Nahen Osten die Inflation in unsere Volkswirtschaften und die Sorge in unsere Haushalte zurückgebracht. Selbst wenn die Straße von Hormuz wieder geöffnet wird, könnten die Risse, die den Lieferketten zugefügt wurden, noch Monate oder gar Jahre fortbestehen.

Diese Schocks wären unter jeglichen Umständen schwer zu bewältigen. Doch sie treffen uns genau in einem Moment, in dem Europas Investitionsbedarf immens geworden ist. Was bereits auf rund 800 Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen strategischen Ausgaben geschätzt wurde, ist – bedingt durch die Verteidigungszusagen der letzten Jahre – auf durchschnittlich fast 1,2 Billionen Euro jährlich angestiegen.

Wachstum ist daher die Voraussetzung für all das, was Europa nach eigener Aussage nun leisten muss: die Energiewende finanzieren, den eigenen Kontinent verteidigen, die Industrien des digitalen Zeitalters aufbauen und Gesellschaften tragen, die immer älter werden.

Und die Welt, die Europa einst dabei half, Wohlstand zu schaffen, existiert in dieser Form nicht mehr. Sie ist rauer, stärker fragmentiert und merkantilistischer geworden.

Jenseits des Atlantiks können wir nicht länger davon ausgehen, dass die Hüter der Nachkriegsordnung weiterhin entschlossen sind, diese zu bewahren. Entscheidungen mit tiefgreifenden Folgen für die europäischen Volkswirtschaften werden zunehmend einseitig getroffen – unter Missachtung jener Regeln, für die sich die Vereinigten Staaten einst selbst starkgemacht haben. Und zum ersten Mal seit 1949 müssen sich die Europäer der Möglichkeit stellen, dass die Vereinigten Staaten unsere Sicherheit womöglich nicht mehr zu jenen Bedingungen garantieren, die wir einst als selbstverständlich voraussetzten.




Auch China bietet keinen alternativen Anker. Es erwirtschaftet industrielle Überschüsse in einem Ausmaß, das die Welt nicht aufnehmen kann, ohne unsere eigene produktive Basis auszuhöhlen. Und es unterstützt direkt unseren Widersacher: Russland.

In einer Welt sich wandelnder Partnerschaften muss nun jede strategische Abhängigkeit auf den Prüfstand gestellt werden. Zum ersten Mal seit Menschengedenken sind wir wahrhaftig gemeinsam allein. Europa reagiert auf diese neue Realität. Doch es reagiert innerhalb eines Systems, das niemals für Herausforderungen dieser Größenordnung konzipiert wurde.

Das europäische Projekt wurde – bewusst und klug – darauf ausgelegt, eine Machtkonzentration zu verhindern. Nach den Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fassten die Europäer den Entschluss, dass kein Mitgliedstaat die anderen dominieren dürfe.

Stattdessen schufen sie ein anderes Regierungsmodell – eines, das auf Teilung und Verteilung beruhte. Unabhängige Agenturen, regelgebundene Verfahren und Finanzmärkte wurden herangezogen, um Aufgaben zu übernehmen, die andernorts eine offene politische Entscheidung erfordert hätten. Wo Einigungen zwischen Regierungen erzielt werden mussten, hüllte die europäische Governance diese in Schichten von Verfahren, die ihnen ihre politische Brisanz nahmen. Entscheidungen, die in einem anderen Kontext spaltend gewirkt hätten, erschienen nun als rein administrativ.

Die Errungenschaften dieses Systems waren außergewöhnlich: Frieden auf einem Kontinent, der einst vom Krieg bestimmt war; die Rückkehr von Nationen, die Generationen hinter dem Eisernen Vorhang verbracht hatten, in eine Gemeinschaft freier Völker; der Binnenmarkt; der Euro; die Freiheit, Grenzen zu überschreiten, die die Europäer jahrhundertelang voneinander getrennt hatten.

Siebzig Jahre lang trug diese Architektur Europa voran. Sie ermöglichte es uns, etwas historisch Seltenes zu verwirklichen: Integration ohne Unterordnung. Doch sie ruhte auf zwei grundlegenden Annahmen.

Die erste lautete, Europa habe eine wahrhaft offene Wirtschaft geschaffen, in der der Staat das Wachstum nicht steuern müsse: Freihandel nach innen durch den Binnenmarkt und Freihandel nach außen durch eine regelbasierte internationale Ordnung.

Die zweite Annahme besagte, Europa werde sich nie wieder den härtesten Fragen von Macht und Sicherheit stellen müssen, da diese für uns beantwortet würden.

Beide Annahmen haben sich nun als hinfällig erwiesen. Und während sie zerfallen, kehren jene politischen Fragen, die Europa zu entschärfen suchte, nun ins Zentrum des europäischen Projekts zurück.

Nirgendwo wird dies deutlicher sichtbar als in den Widersprüchen von Europas eigenem Wirtschaftsmodell.Extern haben wir Handelshemmnisse abgebaut, globale Lieferketten begrüßt und die offenste große Volkswirtschaft der Welt geschaffen. Doch intern haben wir die von uns gepredigte Offenheit nie vollständig umgesetzt: Wir haben den Binnenmarkt unvollendet gelassen, die Kapitalmärkte fragmentiert, die Energiesysteme unzureichend vernetzt und große Teile unserer Wirtschaft in einem Dschungel von Regulierungen eingeschlossen.

Das Ganze birgt eine Ironie. Europa verließ sich auf die Märkte, um Aufgaben zu bewältigen, zu denen die gemeinsame politische Autorität nicht befugt war. Doch wir verweigerten diesen Märkten die kontinentale Dimension, die sie zum Erfolg benötigten. Das Ergebnis war keine echte Marktwirtschaft, sondern eine asymmetrische. Und aus dieser Asymmetrie erwächst ein Großteil der Schwächen, mit denen Europa heute konfrontiert ist.

Die erste Schwäche ist unsere Abhängigkeit von der Auslandsnachfrage. Europäische Unternehmen wurden ins Ausland gelenkt, auf der Suche nach Wachstum, das Europa selbst nicht bieten konnte. Seit 1999 ist der Anteil des Handels am BIP in der Eurozone von 31 % auf 55 % gestiegen. In den Vereinigten Staaten und China hingegen hat er sich kaum verändert. Beide Länder sind nach wie vor deutlich weniger vom Handel abhängig.

Unsere Sensibilität gegenüber Veränderungen in der amerikanischen und chinesischen Politik ist daher nicht einfach ein von außen auferlegtes Unglück. Sie spiegelt unser eigenes Versagen wider, einen ausreichend tiefen Binnenmarkt aufzubauen.

Die zweite Schwachstelle ist unsere wachsende strategische Abhängigkeit. Keine fortgeschrittene Volkswirtschaft kann diese vollständig beseitigen. Auch die Vereinigten Staaten sind abhängig, unter anderem von kritischen Rohstoffen. Europas Lage ist jedoch völlig anders.

Hätten wir die notwendigen Schritte zur Integration unserer Wirtschaft unternommen, hätten die Kapitalmärkte einen größeren Teil der europäischen Ersparnisse in produktive Risiken im Inland gelenkt. Energie würde dank Netzen, Verbindungsleitungen und Speichern freier über Grenzen fließen. Die Dekarbonisierung wäre in greifbarer Nähe, und unsere Volkswirtschaften wären weniger anfällig für Schocks durch fossile Brennstoffe: Seit Beginn des Iran-Konflikts haben die Bürger von Ländern mit einem höheren Anteil an sauberer Energie im Durchschnitt nur etwa die Hälfte der Großhandelspreise für Strom gezahlt wie jene mit einem geringeren Anteil.

Doch Europa wählte einen defensiveren Weg. Wir versuchten, Störungen abzuwenden. Wir begrenzten die Konsolidierung, reduzierten die Risiken und verschoben grenzüberschreitende Investitionen. Doch das Ergebnis war nicht mehr Kontrolle, sondern Abhängigkeit.

Heute fließt die Hälfte des über europäische Fonds investierten Kapitals zurück in die USA, wo sowohl Risiken als auch Renditen höher sind. Wir beziehen 60 % unserer LNG-Importe aus Amerika. Selbst im Bereich der Cleantech kann Europa seine grüne Transformation noch nicht in großem Maßstab umsetzen, ohne seine Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu verstärken.
Die dritte Schwäche – und vielleicht die wichtigste – ist Europas sich verschlechternde Position in jenen Technologien, die das kommende Jahrzehnt prägen werden.

Seit 2019 hat sich Europas Produktivitätslücke pro Arbeitsstunde gegenüber den Vereinigten Staaten um 9 Prozentpunkte vergrößert – berechnet auf der Basis der Kaufkraftparität und zu konstanten Preisen. Dies allein bildet zwar nicht die Unterschiede im Lebensstandard ab; es verweist jedoch auf eine wachsende Divergenz der produktiven Leistungsfähigkeit. Diese spiegelt nicht nur Amerikas größeren Technologiesektor wider, sondern auch die tiefgreifendere Digitalisierung amerikanischer Unternehmen und Arbeitsabläufe.

Nun tritt die Künstliche Intelligenz als zusätzlicher Faktor zu dieser Kluft hinzu.

Szenarien der OECD legen nahe, dass etwa die Hälfte des Produktivitätswachstums im kommenden Jahrzehnt auf KI und deren Verbreitung in der Gesamtwirtschaft zurückzuführen sein könnte. Zu keinem Zeitpunkt in jüngerer Vergangenheit hing ein so großer Teil unserer wirtschaftlichen Zukunft von einer einzigen technologischen Transformation ab.

Doch KI ist nicht bloß ein weiteres digitales Werkzeug, das es einzuführen gilt. Sie erfordert eine industrielle Mobilisierung in einem Ausmaß, wie es seit Generationen nicht mehr gesehen wurde: massive Investitionen in Energie, Halbleiter, Recheninfrastruktur und Kapital. Und genau hier gerät Europa ins Hintertreffen.

Die Vereinigten Staaten sind auf dem besten Weg, bis zum Jahr 2030 etwa fünfmal so viel in den Bau von Rechenzentren zu investieren wie Europa. China treibt seine Mobilisierung in einem ähnlichen Ausmaß voran. Würde Europa diesen Ambitionen nacheifern, könnte der Strombedarf im Vergleich zum heutigen Stand um 20 bis 30 Prozent steigen.

Europa verfügt über die Ersparnisse, die Talente und das latente Energiepotenzial, um in diesem Transformationsprozess wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch genau jene Barrieren und Beschränkungen, die einst unsere Anfälligkeit und Abhängigkeiten verursachten, hindern uns nun daran, jene Mobilisierungskraft zu entfalten, die der Augenblick erfordert.

Dies ist eine Kluft, deren weitere Vergrößerung wir uns nicht leisten können. Im Gegensatz zu Elektrizität oder dem Internet verbessert sich KI durch ihre Nutzung. Jede Anwendungsrunde generiert jene Daten und Fähigkeiten, die die nachfolgende Runde noch leistungsfähiger machen. Jene Volkswirtschaften, die sich diese Vorteile als Erste sichern, werden dauerhaft die Führung übernehmen.

Alle drei Konsequenzen verweisen auf dieselbe Ursache: Europa öffnete sich der Welt, ohne zuvor seinen eigenen Binnenmarkt vollendet zu haben. Es wurde zu stark von der Nachfrage aus dem Ausland abhängig, zu sehr auf Kapazitäten angewiesen, die andernorts gesteuert werden, und zu stark fragmentiert, um sein eigenes wirtschaftliches Gewicht voll zur Geltung zu bringen.

Die Frage lautet nun: Wie lässt sich dieses Ungleichgewicht korrigieren? Quer durch Europa zeichnen sich hierauf unterschiedliche Antworten ab. Für manche besteht die Antwort darin, sich nicht zu verändern: Während sich andere von der Offenheit abwenden, sollte Europa die Chancen ergreifen, die diese hinterlassen, den Handel mit dem Rest der Welt ausweiten und zum führenden Verteidiger des regelbasierten Systems werden.

usw.