Mit vielen Fragen geht es in die Sommerpause

luftqualität Aachen
Mitten in Aachen in der Wilhelmstraße wird die Qualität der Luft gemessen. Die Ergebnisse sind niederschmetternd.

Hier die Themen/Fragen, die uns in der Sommerpause und bestimmt auch noch darüber hinaus beschäftigen werden. Wahllos zusammengestellt. 

Wie viele Container wird die Stadt Aachen denn nun dieses Jahr aufstellen (müssen)? Für 70, 90 oder 500 Menschen? Und wo werden diese Container stehen? Werden sich die Ereignisse und vor allem die Zahlen der ankommenden Flüchtlinge so überschlagen, dass auch noch Turnhallen als Schlafstätten in Betracht kommen? Warum wurde nicht bereits vor zwei Jahren, als sich die Flüchtlingswelle abzeichnete, mit der Planung von preiswerten Wohnungen begonnen?

Werden die Jugendlichen in den Wohncontainern in Burtscheid freies W-LAN bekommen? Wird es gelingen, dort Freifunk zu aktivieren? Wird die Verwaltung ihre Geringschätzung gegenüber dem Aufbau eines Freifunk-Netzes in Aachen aufgeben?

Was wird aus dem Radschnellweg Aachen, Kohlscheid, Herzogenrath, Heerlen? Die Strecke wird wegen der täglichen Blechlawine zunehmend unbefahrbar. Wird eine relevante Zahl von Autofahrern nach Fertigstellung des Radschnellweges das Auto stehen lassen und sich Fahrräder kaufen? Schön wäre es. (Dazu s. unten: lesenswerte Anmerkung.)

luftqualität AachenWas wird aus dem Aachener Altstadtquartier Büchel? Die Antoniusstraße soll verkürzt und ein Laufhaus errichtet werden. Das Parkhaus soll abgerissen und kleinteilige Bebauung bevorzugt werden. Wird der Städtebau-Wettbewerb gute Ergebnisse bringen? Und wird die Finanzkraft der Investoren reichen, das Gelände dort zu bebauen? In welchem Zeitraum? Wird es nach Abriss des Parkhauses an Parkplätzen fehlen? Wird dort Aachens uralte Badekultur mal wieder unter die Räder kommen?

Der Campus wird gebaut, wird dieses neue Stadtviertel an die Innenstadt irgendwie angebunden oder wird das ein für sich allein existierender Fremdkörper sein/bleiben? Kann Aachen es nach Jahrzehnten schaffen, sich als „Wissensstadt“ zu präsentieren? Oder bleiben die zwei Teile weiterhin getrennt? Die Vorschläge zur Verbindung der beiden sind dünn und dürftig.

Was wird aus dem Musikbunker? Er ist für Aachen viel bedeutender als das, was jetzt Architekten in unmittelbarer Nähe errichten wollen. Mit dem Bunker verschwände ein unersetzbarer Teil der Aachener Jugendkultur. Der Bunker ist in Gefahr, weil seine Gäste nachts und am frühen Morgen naturgemäß laut sind, und die Anwohner sich vor Gericht durchsetzen können. Wenn nun auch noch die letzte Seite zugebaut wird mit Wohnungen, wird der Bunker keine Chance mehr haben.

Wird es gelingen, die unkontrollierte Geldausgabe in den beiden Aachener Museen zu stoppen? Ludwig Forum und Suermondt-Ludwig-Museum sind finanziell zwei Fässer ohne Boden, die jeweilige Leitung dieser Häuser konnte bisher nicht gebremst werden. Wird es gelingen, dem einen doch noch zu kündigen und für das andere Haus eine passende neue Leitung zu finden?

Was in aller Welt wird aus der Müllverbrennungsanlage in Weisweiler, dieses überdimensionierte Ding, das einmal verantwortungslose Leute gegen den Rat aller Vernünftigen bauen ließen und das wir mit viel zu teuren Müllgebühren dann finanzieren mussten? Werden dort weitere Millionen investiert wegen Umtrieben, die nur schwer zu begreifen sind?

Was wird aus dem belgischen Atomkraftwerk in Tihange? Uralt und mit tausenden Rissen, die immer länger und tiefer werden? Werden auf deutscher Seite Politiker das Stehvermögen haben und gegenüber den Belgiern klare Kante zeigen? Oder wird man wieder memmenhaft mit den Schultern zucken und sich bequem, faul und konfliktscheu einreden, man könne ja sowieso nichts machen?

Kann Aachen Fortschritte machen in Sachen Inklusion? Und wird man verstehen, dass Inklusion sich nicht nur auf behinderte Menschen bezieht, sondern auf alle, die heimlich oder offen, leise oder laut ausgeschlossen und abgeschnitten sind vom gesellschaftlichen Leben, vom Lernen, vom Arbeiten und den guten Jobs in Unternehmen und Verwaltung?

Wird es endlich gelingen, einen Weg zu finden, wirkungsvoll die giftigen Substanzen in der Aachener Luft zu verringern? Oder wird sich die Stadt mit der Bezirksregierung vor Gericht streiten, verlieren und viel Geld für Anwälte ausgeben?

O.k so könnte es noch ein bisschen weitergehen . . . keine Pointe.

Veröffentlicht von

MargretVallot

Ich bin Bloggerin und freie Journalistin

Ein Gedanke zu “Mit vielen Fragen geht es in die Sommerpause”

  1. Radschnellweg Aachen, Kohlscheid, Herzogenrath, Heerlen – ich fahre viel und gerne Rad, bilde mir meine Meinung also nicht aus dem runtergekurbelten Autofenster heraus… Welcher Realist hat sich das bloß ausgedacht? Berufspendler sollen beim hier allzu typischen Regenwetter derartig weite Strecken radeln? Und dann wie am Arbeitsplatz ankommen? Für mich – sorry – ist dieser Radschnellweg die Lachnummer unter allen noch umherschwebenden Ideen…

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